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Videopremiere: Luis Ake besingt sein „Schillerndes Mädchen“

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Tagged: Luis Ake

Luis Ake ist Millenial durch und durch, trotzdem spricht aus seiner Musik und seinem Auftreten ein Rückbesinnen an die kühle Raver-Ästhetik der 80er und 90er. Dazu passt schließlich auch sein Hintergrund: Zuerst kam Techno und House, dann erst der Avantgarde-Pop. Luis Ake ist Teil des Karlsruher 76666-Kollektivs und reizt immer wieder neu aus, wie weit anspruchsvolle Club-Musik gehen kann. Schon vor vier Jahren veröffentlicht er erste Deep House-Tracks über Soundcloud, seine auffällige Kopfstimme zeigt er erst 2017 auf der EP „A simple life“. Auf dieser singt er noch Englisch, trotzdem zeichnet sich schon die minimalistische, sphärische Ästhetik ab, die er heute immer weiter ausarbeitet. Die 2018 erschienene „Ego“-EP bewegt sich auch noch zwischen Englisch und gelallter Lautmalerei. Mit „Schillerndes Mädchen“ erscheint jetzt erst der dritte Song auf Deutsch.

Luis Ake – Schillerndes Mädchen

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Und der hat es in sich. Der tanzbare Deep House seiner ersten Releases wurde über die Jahre immer weiter reduziert – soweit, dass „Schillerndes Mädchen“ gänzlich ohne Beat anläuft. Stattdessen gleißende Synthesizer und ein schwindelerregender Zoom auf Luis Ake, nackt, am Fluß sitzend, das mutmaßliche schillernde Mädchen im Schoß gebettet. Luis Ake bezeichnet seine Musik selbst als „Contemporary Schlager“ und tatsächlich erinnert der einfache und dennoch poetische Charakter seiner Texte an Volksmusik. Das trifft im Video wie auch in der musikalischen Untermalung auf anspruchsvolle Avantgarde: Luis Ake sitzt regungslos im Flußbett und starrt den Betrachter inmitten von glänzenden Reflektionen an, experimentelle Synth-Klänge und ein verträumtes Saxophon lassen Raum für den Schmerz über die besungene Trennung. In der zweiten Hälfte des Songs erhebt sich der Ich-Erzähler über die Trauer und über das Mädchen, das ihn zurückgelassen hat – zumindest redet er sich das wie ein düsteres Mantra ein. Musikalisch erinnert das an die Elektro-Pioniere Kraftwerk: Ein Pulsieren von Bass, Sprechen statt Singen. Ob der Protagonist nun die Trennung wirklich überwunden hat oder nicht, bleibt offen. Trotzdem fängt Luis Ake eindrucksvoll zwei Phasen des Verlusts ein: Zuerst die Trauer, das Gefühl der überwältigenden Einsamkeit und dann die Wut, eine emotionale Läuterung, die man sich so lange einredet, bis sie wahr wird.

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