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Videopremiere: Melting Palms segeln in „Fused“ mit ihrem Space-Rock durch die Galaxie

Posted in: PremierenFeatures

Melting Palms haben wohl viele von euch noch nicht auf dem Radar, aber das ist keine Schande. Schließlich hat die fünfköpfige Band aus Hamburg erst eine Selftitled-EP im Jahr 2018 veröffentlicht und schwebt obendrein sowieso gerne in Sphären weit über jedem irdischen Radar-Gerät – Space-Rock ist der geflügelte Name für das Subgenre, in dem sich Melting Palms bewegen. Das besteht zu weiten Teilen aus einer Symbiose von den epischen Klang-Atmosphären des Psychedelic Rock der 60er und den strahlenden Synths und Hall-Effekten des jüngeren Shoegaze-Sounds. Dazu kommen düstere Basslines aus dem Post-Punk, die den schwerelosen Klang drücken und die Mischung von Melting Palms abrunden. Das hat auf der Debüt-EP glänzend funktioniert und scheint auch auf dem kommenden ersten Album, das im März erscheinen soll, aufzugehen. Das verspricht zumindest die neue Single der Band: „Fused“, ein Epos von fünf Minuten, inklusive Musikvideo.

Melting Palms – Fused

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Passend zum Sound von Melting Palms kommt schon mit den ersten Bildern von „Fused“ ein Gefühl von Retro-Futurismus auf. Die Band nimmt an den Geräten und Reglern einer Rakete Platz, deren Innenleben in metallisch glänzende Folie gehüllt ist. Dieses Setting flimmert in einem VHS-Look, der den rauschigen Noise-Sound von „Fused“ visualisiert. Dieser ist vielschichtig und lässt sich Zeit, um Stück für Stück neue Klang-Bestandteile hinzuzufügen, bis die Rakete schließlich abhebt und Mikes Gesang erklingt. Das Schlagzeug spielt mit der furiosen Geschwindigkeit eines Drum-And-Bass-Tracks, wird aber ausgebremst von den flächigen Synthesizern und Gitarren, die in das Weltall hinaus schallen. Besungen wird eine toxische Liebesbeziehung, während die Instrumentierung so viel größer scheint als jegliche Probleme von uns kleinen Menschen. Mikes Stimme wird überspült von diesem Sound, der so treibend wie auch gedämpft klingt, während die Astronauten von Melting Palms an Planeten und Asteroidfeldern vorbei segeln. Die verstrahlten Klänge scheinen zu viel für Rakete und Besatzung zu sein: Es kommt zu technischen Schwierigkeiten und die Crew halluziniert, während „Fused“ mit ruhigerem Tempo langsam zur Ruhe kommt und ausläuft. Damit ist der Song nicht nur eine willkommene Space-Odyssee fernab vom zeitgenössischen Pop, sondern auch eine großartige erste Single, die uns für das Debüt-Album „Abyss“ wappnet.

Melting Palms live 2020:

12.03. Hamburg, Hafenklang 15.03. Berlin, Tiefgrund 16.03. Leipzig, Noch Besser Leben 17.03. LUX-Luxemburg, Eshercafe 20.03. CH-Kreuzlingen, Horst Klub 21.03. Ravensburg, Café Baltes 22.03. Kassel, Goldgrube

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