Videopremiere: Newcomer Crapjony mischt in „Deadpool“ Metal und Drill
Der Kader des Wiener Labels Mom I Made It Records erweitert sich ständig. Nun ist neben Künstler:innen wie Gola Gianni, Eli Preiss und Lent ein weiteres neues Gesicht am Start: Crapjony. Der Newcomer aus der österreichischen Hauptstadt veröffentlicht heute seine neue Single „Deadpool“ und kredenzt uns einen Genre-Mix der etwas anderen Art. Kaltblütiger Drill trifft hier auf ohrenbetäubende Metal-Riffs – und aus irgendeinem Grund funktioniert das verdammt gut.
Crapjony – Deadpool
Inspiration aus Übersee
Um das Jahr 2015 herum schuf ein kleiner Freundeskreis um den inzwischen verstorbenen Rapper Lil Peep, das, was heute oft als Emo-Rap bezeichnet wird. Melancholische Gitarren-Sounds, gemischt mit Trap-Einflüssen und Zeilen über verflossene Liebe und Xanax-Pillen. Wenig später tauchte eine weitere Fusion von Gitarren-Musik und Hip-Hop auf, diesmal aber um einiges geladener und explosiver. Künslter wie Scarlxrd, Zillakami und SosMula waren von modernen Trap-Flows genau so inspiriert wie vom Screaming und von den wuchtigen Gitarren-Riffs aus der Metal-Szene.
Genau diese Musiker sind es nun, die ihrerseits die nächste Generation prägen – so unter anderem den Wiener Newcomer Crapjony. Der Rapper mit jamaikanischen Wurzeln hat bisher erst zwei Songs veröffentlicht, „Error“ und „Vorbei“, beide mit massiven Gitarren-Einschlägen. Aber so richtig dreht er erst jetzt auf: „Deadpool“ ist die neueste Single von Crapjony und die erste bei seiner neuen Label-Heimat Mom I Made It Records.
Zwischen Nu Metal und britischem Drill
Wer auf hier auf „Play“ drückt, wird von einer verzerrten E-Gitarre und ein paar Jungs in Sturmhauben empfangen. Dem Sound, den ihrerzeit Scarlxrd, Ghostemane und Zillakami groß gemacht haben, verpasst Crapjony ein zeitgenössisches Update: Nu Metal trifft hier auf tanzende Drill-Hi Hats und entsprechende Moves im Musikvideo. Crapjony nimmt kein Blatt vor den Mund und liefert eine kaltblütige Line nach der anderen. Gar nicht erst anzufangen von der Hook: So viel explosive Energie haben wir in deutschsprachigem Rap schon lange nicht mehr gehört.
Überhaupt zeigt Crapjony einige Ambitionen, frischen Wind in die Szene zu bringen. Sinnbildlich dafür stehen die letzten Bilder, bevor das Musikvideo verklingt. Begleitet von einem Sound, den Linkin Park zu ihrer Hochzeit nicht besser hinbekommen hätten, tanzen ein paar Wiener Jungs, als würde gerade NLE Choppa oder Pop Smoke laufen. Und das ist vielleicht der endgültige Beweis: Genres waren gestern.
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