Videopremiere: „Wie ein treuer Trabant“ – Das neue Video von Oehl dreht sich im Kreis
Das Austro-Isländische Duo Oehl hat einen Lauf. Erst werden sie bei Grönland Records gesignt, dann dürfen sie auch noch beim Chef höchstpersönlich, Herbert Grönemeyer, als Support auf seiner Tour spielen – und das alles mit erst vier veröffentlichten Songs! Die haben es allerdings in sich. Namensgeber Ariel Oehl hat eine ganz eigene Art, aus Gedichtzitaten und eigener Lyrik textliche Bilder zu malen. Seine Poesie umgibt er gemeinsam mit seinem isländischen Bandpartner Hjörtur Hjörleifsson mit einem dichten, detaillverliebten Sound, in dem sanfte Akustik auf elektronische Tanzbarkeit und experimentelle Spielereien treffen. Inzwischen haben Oehl aber gezeigt, dass diese Ästhetik auch auf Albumlänge trägt: Mit „Über Nacht“ erschien erst letzte Woche das zarte, ambitionierte Debüt, das sich so ganz Trends und Zeitgeist verweigert und vielleicht gerade deshalb so gut ist. Eine Woche nach Release wird nun mit „Trabant“ ein Highlight des Projekts gebührend visualisiert.
Oehl – Trabant
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Hjörtur und Ariel sind leidenschaftliche Sound-Tüftler, das hört man jedem einzelnen Song von „Über Nacht“ an. In den Texten klingen außerdem, mal offensichtlich, mal für Kenner vorbehalten, viele Referenzen an Literatur und Lyrik mit. Aber neben diesen Disziplinen sind die Jungs von Oehl auch in der Film-Welt versiert und für außergewöhnliche Musikvideos bekannt – „Trabant“ macht da keine Ausnahme. Denn passend zum Titel besteht das Video aus einem endlosen Schwenk und kreist ohne Pause – eben wie ein Trabant. Auf seinen Runden blicken wir in ein Restaurant mit zahlreichen Tischen und verschiedenen Personen-Konstellationen, die daran sitzen. Mit jeder Drehung ändern sich Kleinigkeiten und Details und in jeder noch so seriösen Tischgesellschaft bricht langsam Chaos aus. Das surreale Geschehen erstrahlt im kriseligen Film-Look und wirkt gleichzeitig passend und doch völlig losgelöst vom in sich ruhenden Song. Besonders präsent ist dabei, wie so oft bei Oehl, der warme, dichte Bass, aber hinter diesem ersten Instrument warten noch zahlreiche weitere Ebenen aus frickelnden Sounds und Elektronik. Zentraler Moment ist stets der Chorus, der friedlich, aber auch resigniert klingt: „Wer dein Feuer gekannt, bleibt ihm treuer Trabant, wandert nun in Kreisen/ Seit mein Herz sich gebrannt, läuft vernarbt der Verstand, auf allen meiner Reisen“. Viel positiver ist da die Botschaft, die uns Oehl auf einem Transparent im Video mitgeben: „Ama et fac, quod vis“. Eine Aufforderung zur Freiheit, die der Geistliche und Schriftsteller Augustinus schon in der Spätantike formulierte und die im Anbetracht der romantischen (oder spirituellen?) Gefangenschaft in „Trabant“ fast bitter-ironisch scheint : „Liebe und tu, was du willst!“.
Oehl auf Tour – präsentiert von DIFFUS
14.02.2020 – München, Milla 15.02.2020 – Stuttgart, club cann 18.02.2020 – Nürnberg, Stereo 19.02.2020 – Bremen, Lagerhaus 20.02.2020 – Hamburg, Hafenklang 21.02.2020 – Berlin, Kantine im Berghain 05.03.2020 – Innsbruck, p.m.k. 06.03.2020 – Dornbirn, Spielboden 07.03.2020 – Salzburg, ARGE
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