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Videopremiere: Orinch – mit „5HTP“ gegen den MDMA-Kater

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5HTP ist eine natürliche Verbindung, die vom Gehirn in Serotonin und Melatonin umgewandelt wird. Während zweiteres vor allem für den Schlaf zuständig ist, schafft ein gesunder Serotoninhaushalt Abhilfe bei Angstzuständen, Depressionen und allem, was der MDMA-Kater noch für die lädierte Psyche bereithält. Was man dagegen tun kann? Mit der Frage hat sich auch die Bekanntschaft in Orinchs „5HTP“ beschäftigt und neben schwarzem Tee auch bolivianische Bohnen im Turnbeutel versteckt. Klischees einer erfahrenen Berliner Club-Jüngerin, abgeklärt, auf alles vorbereitet und fest entschlossen, sich nicht von der eigenen Melancholie beherrschen zu lassen: „sie hat ein Lächeln für jeden der nett ist/egal was sie reden, von wegen zerbrechlich“. Bei der Beschreibung dieser Szene verzichtet Orinch auf jegliche Bewertung. Er erzählt aus der Perspektive des Beobachters von einer Club-Bekanntschaft, ohne selbst ins Geschehen einzugreifen. Da ist kein Zeigefinger, keine überhebliche Abgrenzung, aber auch keine Zustimmung zu erkennen.

Orinch – 5HTP

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Stattdessen lässt Orinch viel Raum. Nicht nur im Text, sondern auch in der musikalischen Umsetzung. An den richtigen Stellen verschwinden die Vocals und lassen das Instrumental die Tanzfläche eröffnen, wodurch auch die letzte Deutungshoheit über das Geschehen abgegeben wird. Dass Vocals und Instrumental hier auf mehreren Ebenen miteinander funktionieren liegt nicht zuletzt daran, dass die gesamte Produktion aus eigener Hand stammt. In „5HTP“ verbindet Orinch liebevoll ausgearbeitete Rhythmen und umherfliegende Percussion-Sounds mit düsteren Synthesizern, alles umhüllt in ein club-taugliches Trap-Gewand. Diese soundästhetische Diversität hat ihre Gründe. Orinchs musikalische Karriere begann ursprünglich am Schlagzeug im heimischen Kinderzimmer. Darauf folgte eine jahrelange Liebe zum Deutschrap, bis er sich der elektronischen Musik hingab und seine freie Zeit vor allem mit Ableton verbrachte. Bisher fiel der Musiker vor allem durch SoundCloud-Remixe und Veröffentlichungen im Umfeld des Berliner ThroughMySpeakers-Kollektivs auf. Außerdem produzierte und rappte er als Hälfte des Indie-/Rap-Duos Abspann. Deren Musikvideos entstanden in Zusammenarbeit mit Sven Pfizenmaier, der auch für die Visualisierung von „5HTP“ verantwortlich ist. Die Single ist der erste Vorgeschmack auf Orinchs Debüt-EP, die diesen Sommer erscheinen wird. Auch wenn der 24-jährige Berlin den Rücken gekehrt hat, um sich einem Musikdesign-Studium in Süddeutschland zu widmen, wird die EP den Titel „Antonplatz“ tragen, benannt nach dem idyllischen Knotenpunkt in Berlin Weißensee. Soviel Lokalpatriotismus muss sein.

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