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Videopremiere: Pablo Brooks kämpft in „Boy Don’t Cry“ gegen toxische Beziehungen

Posted in: Premieren
Tagged: Pablo Brooks

Die Geschichte von toxischen Beziehungen liegt oft bereits so weit zurück, dass wir uns selbst gar nicht mehr an deren Entstehung erinnern können und dabei blind von der einen zur nächsten stolpern. Trotz des Bewusstseins, dass diese Verhältnisse alles andere als gesund für uns sind, fühlen wir uns dann doch aus irgendeinem Grund hingezogen zu dem, was uns allmählich immer mehr zum Zweifeln bringt. Genau mit diesem Dilemma hat Künstler Pablo Brooks in „Boy Don’t Cry“ zu kämpfen, dessen Video heute bei uns seine Premiere feiert.

In einem kraftvoll aufbauenden Alt-Pop-Song, getragen von dumpfen Bässen und Chören, verpackt der Künstler Wortbilder in gezielte Lyrics. Wir erfahren, wie er sich immer wieder in den Fängen der Sabotage anderer („Wish you would let me fucking breathe / Boy don’t Cry“) und der von sich selbst („Save me from the things I want / I love what leaves me crying on my own“) wiederfindet. Die tragende Essenz dieser Muster: Werte toxischer Männlichkeit, die Brooks immer wieder einholen und jegliche Beziehungen zu vergiften drohen. 

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Genau hier setzt das Video zur aktuellen Single an: In verschiedenen Szenen ist der Musiker hier direkt mit seiner eigenen Toxizität konfrontiert. Er steht sich selbst gegenüber, um sich wie in „Wilhelm Tell“ den Apfel vom Kopf zu schießen oder besiegt sein Selbst bei einer kniffligen Runde Schach. Inmitten dieser Szenen findet ein ausgiebiges Gelage statt, das an das letzte Abendmahl erinnert, nur eben etwas hedonistischer. „Ich fand die Vorstellungen witzig mich in sehr historisch, klassisch männliche Bilder reinzusetzen (…), was die toxische Beziehung zeigen soll, über die ich den Song geschrieben habe, aber auch die toxische Beziehung, die ich irgendwie auch zu mir selbst habe“, sagt Brooks selbst über das Video. 

Mit EP auf Coming-Of-Age-Reise

„Boy Don’t Cry” ist Pablo Brooks dritte Single-Auskopplung seiner kommenden EP „Pleaser“, die am 07. Juli erscheinen wird. Diese handelt von dem Gefühl des Verlorenseins als „Twenty-Something“ und der Haltlosigkeit, wenn man sich plötzlich in einer großen Stadt verliert und nicht so richtig weiß, wo und wann man sich jemals wiederfinden soll. Dazwischen folgt die Konfrontation mit den dabei aufkommenden, verwirrenden Beziehungen. „Boy Don’t Cry“ liefert den dazu passenden Opener einer EP, die auf eine Coming-Of-Age-Reise geht, um anzuhalten zwischen Liebe und Lust, Wut und Verbitterung und den sich wiederholenden Schleifen der Selbstsabotage.

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