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Videopremiere: Valentin Hansen hat keine Angst vor negativen Gefühlen

Posted in: PremierenFeatures

Valentin Hansen ist ein Name, der in der Musikwelt öfter zu hören oder zu lesen ist. Vielleicht nicht im Titel von Musikvideos, aber umso öfter in ihren Credits, schließlich hat Hansen als Regisseur bereits Songs von Künstlern wie Yassin, Blvth, Blinker oder auch MC Bomber visualisiert. Aber beim Bewegtbild hört die Kreativität des Künstlers längst nicht auf und so wagt er sich im Mai diesen Jahres an die Produktion eigener Musik. Im verqueren Animationsvideo von „Fool“ klingt diese abwechselnd zart und dann wieder explosiv, in jedem Fall aber ungewöhnlich. Auch der folgende Song „No one you know“ kommt wieder mit animiertem Visualizer daher, führt den experimentellen Stil und den autogetunten Singsang fort, mit vielschichtigen Klangebenen, die immer wieder durchscheinen. Fast ein halbes Jahr hat es jetzt bis zu Song Nummer Drei gedauert und auch dieser klingt ganz klar nach dem schon so ausgereiften Stil von Valentin Hansen. Und trotzdem ist „Killing a friend“ ein Novum – in Bild und Ton.

Valentin Hansen – Killing a Friend

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In „Killing a friend“ reduziert sich Hansen mehr denn je auf das Wesentliche, die notwendige Essenz: Ein schlichtes Klavier und Streicher-Akzente, die seine effektbeladenen, mehrstimmigen Gesang begleiten. Valentin Hansen schwankt immer wieder zwischen Sprechen und Singen und erzählt dabei von Gefühlen wie Trauer und Einsamkeit, die ihn durch Kindheit und Jugend begleitet haben. Dabei nimmt der Sänger eine ungewöhnliche Haltung ein: Statt gewohnte Motivationsreden zu schwingen, appelliert er daran, diese negativen Gefühle als unumgängliche Begleiter und Teil des Lebens zu akzeptieren – man kann eben nicht immer glücklich sein. Das klingt nach gekonntem Minimalismus, doch gegen Ende kommt der Künstler nicht umhin, mit feierlichen, opern-artigen Gesängen zumindest kurz in experimentelle Gefilde einzutauchen. Zu „Killing a friend“ liefert Valentin Hansen zum ersten Mal ein Video für seine Musik, die beiden vorherigen Songs kamen schließlich mit aufwändig gerenderten Visualizern statt Filmmaterial aus. Bei der neuen Single ist das anders, denn Hansen vereint seine verschiedenen Metiers und führt Co-Regie bei seinem eigenen Video. Darin gibt er sich passend zum sanften, minimalistischen Klang verletzlicher denn je: In einem eindringlichen One-Take schaut der Musiker direkt in die Kamera und wird in der Abenddämmerung über die Felder eines Vorstadt-Szenarios getragen. Verwundbar, ohnmächtig, doch am Ende schwenkt das Video zu Hansen, aufrecht stehend, mit einem Baby im Arm – vielleicht also ein Gang durch die verschiedenen Lebensphasen? Mit Sicherheit aber kryptische Bilder, die mit ihrer Lichtstimmung und reduzierten Optik fast surreal wirken – die richtige Bühne für die ehrlichen Emotionen von „Killing a friend“.

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