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Videopremiere: Vlude nimmt uns in „Amazon Prime“ zum Frust-Shoppen nach Tokio

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Vlude macht deutsche Popmusik. Popmusik, mit Ektro-Beats aus Hip Hop, Gitarren aus Indie und Rhythmen aus R’n’B. Daraus entsteht ein wabernder urbaner Klang, der nach lauen, durchtanzten Sommernächten klingt, nach gefrorenen Himbeeren im Gin und warmem Asphalt, einer doch grauen Stadt. In ihrer Musik lässt die Newcomerin unterschiedliche Klangwelten miteinander kollidieren und verschmelzen. Vlude, die sich Flut ausspricht, kommt aus einem musikalischen Elternhaus: Beide Elternteile sind Berufsmusiker, früh wurde sie an Instrumente(Klavier und Geige) herangeführt, bevor sie sich dann ein für alle mal in Popmusik verliebte. Nachdem sie ein Studium in Musikproduktion abgeschlossen hat, arbeitete Vlude erstmal eine Weile für andere und probierte sich aus. Im Sommer ging die Künstlerin nun selber an den Start und veröffentlichte bisher zwei Singles, auf denen sie nicht nur ihr Geschick in Produktion und Melodie unter beweis stellte, sondern auch die deutsche Sprache rhythmisch und clever verwendet.

VLUDE – Amazon Prime

https://youtu.be/0sTXDTjgfeg

Das Musikvideo „Amazon Prime“ ist nun die dritte Single und kommt in der Gestalt eines urbanen Fashioneditorials daher. In verschiedenen Outfits posiert die 24-jährige mitten im Trubel Tokios. Der gesamte Text huldigt, mal mehr mal weniger ironisch, der Möglichkeit des Onlineshoppings, die uns täglich die ganze Welt zur Verfügung stellt und jederzeit bereit ist, alle emotionalen Lücken zu füllen. Wer kennt nicht den Impuls nach einem Streit, einer Trennung oder Enttäuschung, sich selbst die Eine überteuerte Hose zu kaufen, die man eh schon haben wollte. Das nennt man dann Frustshoppen und in der Annahme, dass die neue Hose diverse emotionale Bestätigung ersetzt und uns zu einem neuen Ich verhilft, wird die ernsthafte, tiefe Auseinandersetzung vertagt. Dabei ist Vlude so wortgewandt, dass die Lyrics aus unendlichen Wortspielen bestehen. Gemeinsam mit Takeaseat entstand das Video in der japanischen Hauptstadt und führt uns den Wahnsinn des Warenfetischismus großbebildert vor Augen.

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