Hot Chip im Interview: „Wir wollten Musik machen, zu der das Publikum komplett ausrastet“
Im Zuge des Releases ihres achten Studioalbums “Freakout/Release” waren Alexis Taylor und Jo Goddard der Londoner Synthpop-Band Hot Chip bei uns im Interview. Sie sprechen nicht nur über das neue Album sondern auch darüber, wie die Pandemie ihre Musik geprägt hat, die Bedeutung der Beastie Boys für sie und die Euphorie, wieder live spielen zu können.
Dem Lockdown sei Dank
Seit 22 Jahren besteht die Band Hot Chip bereits. Nach ihrem letzten 2019 erschienenen Album “Bath Full of Ecstasy” veröffentlichten sie nun ihr bereits achtes Studioalbum “Freakout/Release”, das einen neuen Abschnitt ihrer Karriere markiert und unter völlig neuen Umständen produziert wurde. Dabei hatte nicht zuletzt die Pandemie und der damit verbundene Lockdown einen bedeutenden Einfluss. Für die Band hatte diese Zeit zwei Seiten: einerseits dieses Gefühl von Eingesperrt-Sein und die Absage von Liveshows, andererseits auch ein riesiges Gefühl von kreativer Freiheit. Denn Hot Chip konnten sich so die benötigte Zeit nehmen, um an ihrem Album zu arbeiten – das trägt nun Früchte. Die Pandemie war jedoch nicht der einzige Einfluss, der Hot Chip zum Erfolg ihrer Platte führte.
„Sabotage“ als Wegweiser
Der Song “Sabotage” von den Beastie Boys spielt außerdem eine bedeutende Rolle für die Musiker. Als Coverversion brachten sie den Song immer wieder in verschiedenen Shows auf die Livebühne. „Sabotage“ ist eine Inspiration aus einer anderen Richtung, fernab vom üblichen Sound der Band und brachte sie das erste Mal dazu, einen anderen Zugang zur Musik und so einen Genre-Shift zu erleben. Dass der Song seinen Fingerabdruck auf der Musik von Hot Chip hinterlassen hat spürt man nicht nur im Album, sondern auch auf der titelgebenden Single “Freakout/Release”.
“Wir haben uns im Lockdown vorgestellt: Welche Songs wollen wir spielen, sobald wir wieder auf auf einem großen Festivals auftreten? Wir wollten Musik machen zu der das Publikum komplett ausrastet”. Inspiriert von Bands wie Nirvana oder den Pixies entstand so ein aufbauendes Riff, das die Leute dazu bringen sollte so richtig loszulassen und zu feiern. “Wir haben uns darauf gefreut, all die Spannung und den Druck raus zu lassen, der sich über den Lockdown angestaut hat und das dadurch, wieder ein Publikum zu sehen und für sie spielen zu können“.
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