War das schon alles, Trettmann?
Gerade einmal zwei Wochen ist es her, seitdem Trettmann seine Surprise-EP „Your Love Is King“ quasi über Nacht gedroppt hat. Ohne großes Brimborium und nur wenige Stunden vor der eigentlichen Veröffentlichung kündigte er seinen ersten Release seit der Trennung von KitschKrieg an.
Auf Instagram schreibt er am darauffolgenden Releasefriday dann dazu: „Finally ist es geschafft! Die Umstände waren nicht immer günstig… Musste ich mich doch neu aufstellen, neu finden, eine Tour verschieben und auf dem Weg hier her einige Rückschläge einstecken. Trotzdem ist es gelungen, dank meiner Mitstreiter, Freunde und natürlich EUCH, heute nach geraumer Zeit die erste neue Musik zu droppen. In den dunkelsten Stunden hat mich der Gedanke an das, was gerade passiert, befreit. Ihr wisst gar nicht, wieviel mir das bedeutet und wie lange ich auf diesen Tag hingefiebert habe.“
Trettman geht in die Verlängerung
Mit „Your Love Is King“ gab es gleich vier neue Songs, zu deren Entstehung Trettmann in den letzten Tagen immer wieder einen Post auf Instagram veröffentlicht hat. So erklärt er unter anderem, dass in dem Chor aus „So Lang“ die Stimmen von Majan, Blumengarten, Luna und Babyjoy zu hören sind oder wie die Idee zu Stande kam, Uschi Brüning als DDR-Zeitzeugin und Jazz-Ikone mit auf „NAWW“ zu holen. Aber auch wenn „NAWW“ der letzte Song der EP ist, sieht es so aus, als wäre die Geschichte von „Your Love Is King“ noch nicht ganz auserzählt. Heute veröffentlicht Trettmann seine neue Single „War das schon alles“ und geht damit in die Verlängerung, denn bereits am 26. April soll „Your Love Is King“ in der Deluxe-Version erscheinen.
Geht da noch was?
Ebenso reflektiert und intuitiv, wie wir Trettmann bereits auf seiner „Your Love Is King“-EP wahrgenommen haben, geht es in „War das schon alles“ weiter. Nachdenklich wirft der Chemnitzer einen Blick in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft und stellt sich immer wieder die Frage: „War das schon alles? / Oder geht da noch was?“ Es geht um die Zeit vor „Grauen Benton“, als Tretti fast noch ein niemand und sein Konto oft im Minus war. „Grauer Beton“ bildet einen gedanklichen Startpunkt, an dem der allgemeine Hype um den Rapper und Sänger 2016 seinen Anfang nimmt.
Drei Alben später findet sich Trettmann nun an einem ähnlichen Punkt wieder – zwar mit mehr Fans im Rücken, aber (auch durch die Trennung von KitschKrieg) an einem gefühlten Neuanfang: „Jetzt fühlt sich’s wieder so an, als fängt es grade an.“ Passenderweise ziert das Cover von „War das schon alles“ ein sogenannter Ouroboros – eine Schlage, die sich selbst in den Schwanz beißt. Sie wird auch als „Schlange der Ewigkeit“ bezeichnet und symbolisiert Unendlichkeit und den Kreislauf des Lebens – eine Thematik mir der sich auch Tretti in seiner neuen Single beschäftigt.
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