Was zum Rizz? Der neue Ski Aggu-Song erklärt für alle Ü30
Eigentlich müssen wir euch nicht mehr in Kenntnis setzen, dass Ski Aggu einen Lauf hat – das sollte mittlerweile sogar für eure Eltern und vielleicht sogar Großeltern klar ersichtlich sein. Um seinen Gabber-Pop-Banger „Friesenjung“ gemeinsam mit Joost und Otto Waalkes war in diesem Sommer faktisch kein Herumkommen, und wenn man sich kürzliche Singles wie „Mietfrei“, „Theater“ oder „Gensehaut“ ansieht, dann sieht man, dass dieser Sommerhit immer noch nachhallt und auf die übrige Diskographie abstrahlt. Die Leute hängen dem Rapper aus Berlin-Wilmersdorf an den Lippen und was er droppt, schießt quasi über Nacht in den Bereich der Streaming-Millionen. Mit „Maximum Rizz“ wird es sich nicht anders verhalten – das können wir jetzt schon prognostizieren.
Das liegt gleich an mehreren Faktoren. Zum einen wäre da der mittlerweile Aggu-typische Sound, der Rap mit 2000er Elektro-Genres wie Eurodance und Trance mischt. Die Produktion kommt diesmal von UHD und DJ Heartstring, wobei letztere schon in der Vergangenheit mit Ski Aggu gearbeitet haben. Den Techno-Beat klingt mehr nach Open Air-Raves als nach kuscheligem Herbstanfang und stellt die perfekte Spielwiese für Ski Aggus Wortspielereien dar. Davon gibt es mal wieder massig: „Bin seit 2022 in aller Munde wie Elfbar“ – no lies detected.
Maximum was?
Besonders smart geht der Newcomer die Hook an, die dem Song seinen Titel gibt und bei vielen sicher erstmal für Fragezeichen sorgt: „Lak shuuu, Baby, ich hab Maximum Rizz / Ich bin nicht ihr Fitness-Trainer, trotzdem mach ich sie fit“. Maximum was? „Rizz“ ist ein Slangbegriff aus Baltimore, wo aus „Charisma“ irgendwann „rizzma“ und schließlich „Rizz“ wurde, also die Fähigkeit, seinen Charme besonders gut beim Flirten auszuspielen. Popularisiert wurde der Ausdruck vom Twitch-Streamer Kai Cenat, inzwischen nutzt ihn aber die ganze Welt und eben auch die nächste Generation an Deutschrap-Nachwuchs – das zeigt die Verwendung in Ski Aggus neuer Single und die Platzierung von „Rizz“ in den Kandidaten für das Jugendwort 2023. „Lak Shu“ kommt dagegen aus dem Arabischen und bedeutet als Ausruf so etwas wie „Alter, was?“. Auch dieser Begriff wird längst über die Ursprungssprache hinaus in Online-Chats und eben auch Songs verwendet.
Auch Rizz hat seine Grenzen
Ski Aggu belässt es aber nicht nur darauf, geschickt sprachliche Trends aufzugreifen, sondern nutzt auch das Spotlight, das gerade auf ihm steht, um eine sinnvolle Message in „Maximum Rizz“ zu verpacken.“Dicka, jetzt ma‘ ernst, wenn ’ne Atzin sich beschwert / Dass du sie hardcore nervst, ich schwör‘, dann machst du was verkehrt / Denn egal, wo man verkehrt, scheißegal, wie man verballert ist / Flirten ist so geil, doch ist nur geil, wenn’s geil für alle ist“. Eine unmissverständliche Aussage, die zwar kein aktivistischer Befreiungsschlag ist, aber vor allem Aggus jüngeren Fans grundlegende Werte mit auf den Weg gibt. „Maximum Rizz“ fungiert als Auftakt für das neue Album „denk mal drüber nach…“, das schon am 13. Oktober erscheinen soll. Kleiner Spoiler: Darauf befindet sich dann auch ein Song namens „Negativer Rizz“ – ob der wohl genau so hittig ist wie sein Gegenstück?
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