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Weihnachtssongs, die keine sind

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Ehe der Dezember einen mit der gemütlichen Weihanchtsstimmung einlullen konnte, hatte man schon einige Wochen im voraus die Nase voll von den dekorierten Läden, den Lebkuchengewürz-Versionen aller erdenklichen Heißgetränke und natürlich auch von den Weihnachtsplaylists, die sowohl auf den Streamingseiten als auch im Repertoire der meisten Radiostationen seit Wochen dominieren. Das Herz schlägt schon am ersten Advent nur noch träge im Takt der Schellenkränze und auch die Glöckchen haben mit ihrem hohen, süßen Gebimmel die Gehörgänge benebelt. Genervt schiebt man sich über besinnliche Weihnachtsmärkte, auf denen die Bläserklasse der Musikschule versucht nicht an den Instrumenten festzufrieren, während das Publikum in erster Linie für den Glühwein gekommen ist, den man sich im Gedränge über die eisigen Finger kippt. Obwohl man sich geschworen hat, sich in diesem Jahr nicht stressen zu lassen, scheint sich der weihnachtliche Trott genauso wie „Last Christmas“ in Endlosschleife zu wiederholen. Und wenn man es, entgegen aller Erwartungen, doch geschafft hat, alle Geschenke, Karten, Liebesbekundungen und Kekse pünktlich von der Liste abzuhaken, dann ist es der Zwang und die Omnipräsenz der besinnlichen Jahreszeit, die der Besinnlichkeit einen Strich durch die Rechnung machen. Weil kaum ein Weihnachtslied noch so wirklich zu einer angenehmen, wohligen Stimmung beträgt und aufrichtige Emotionen auslöst, haben wir eine alternative Playlist zusammengestellt mit Weihnachtssongs, die eigentlich keine sind und eine wunderbare Alternative zu den ewig gleichen Titeln von Michel Bublé, Wham und co. abgeben.

Lola Marsh – What Am I

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In den letzten Tagen vor Weinachten leeren sich nach und nach die Großstädte und alle kehrt wieder zu Hause ein. Neben der Familie trifft man in Zuge dessen auch schnell auf alte SchulkameradInnen und bekannte Gesichter aus der Jugend und Kindheit, die einen mit neugierigen und nicht selten auch herausfordernden Blicken mustern. Das klassische Szenario der Klassentreffen endet häufig in einem verbalen Kräftemessen und erfüllt den Zweck sich gegenseitig anhand der großen Eckpfeiler des Lebens (Familie, Karriere und Eigenheim) zu vergleichen. Lola Marsh tritt den kritischen Fragen selbstbewusst entgegen und der Song „What am I“ fühlt sich an, wie eine unterstützende Hand, die sich auf die Schulter legt, wenn die Zeilen erklingen: „Trains pass me, please don’t rush me, my time to shine will come“

Iglen-Nur – Deep Thoughts

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Zwischen dem Trubel kommen einem die Momente, die man alleine verbringt, viele intensiver und schwerer vor, sodass man sich auch in der Weihnachtszeit nicht selten den Kopf zerbricht. In „Deep Thoughts“ stellt sich Ilgen-Nur alleine den großen Fragen, die einen Nachts nicht schlafen lassen. Sei es eine aufblitzende Erinnerung oder die Nostalgie dieser Tage – das Vermissen ist auch ein Teil des Weihnachtsfestes. Ilgen-Nur hält diesen Moment in ihrem Song treffend fest und die zarte Klavierbegleitung verleiht den ruhigen Vocals die passende getragene Stimmung für einen unfreiwilligen Weihnachtssong.

Drake – These Days

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„I’ve been out walking, I don’t do too much talking these days“ sang Nico schon in den 60ern zu einem schnellen Fingerpicking einer elektronischen Gitarre. Durch zarte Streicher und sogar Flöten, enthält der Song eigentlich alle musikalischen Elemente, die einen Weihnachtssong ausmachen. „These Days“ wurde unzählige male gecovert und tauchte seit der Veröffentlichung oft als Referenz in der Pupkultur auf. Auch Drake veröffentlichte 2017 eine Version des Songs, der so wunderbar das Gefühl ‚zwischen den Jahren‘ beschreibt. Denn in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, lebt man nicht nur von einem Feiertag zum anderen, sondern steht auch in gewisser Weise zwischen den Stühlen: Ein Teil der Freunde ist noch in der jeweiligen Heimat, ein Teil muss arbeiten, man selbst sitzt vielleicht noch bei der Familie fest, mit der man ohnehin schon mehr Zeit verbracht hat, als gut füreinander ist und die Nostalgie, des drohenden Jahreswechsels macht einen still und nachdenklich.

Fleet Foxes – White Winter Hymnal

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Dieser inoffizielle Weihnachtssong ist bei vielen schon so hoch im Kurs, dass der klangvolle Indie-Hit mittlerweile die Grenze zum offiziellen Weihnachtslied fast überschreitet. Was genau in den wunderbaren Chorstimmen aber gesungen wird und wie der Song zu deuten ist, fragen sich trotz aller Beliebtheit nach wie vor viele. Die Theorien reichen von einer verworrenen Kindheitserinnerung, Mord, bishin zur Französischen Revolution. Das liebevolle Stopmotion-Video gibt ebenfalls wenig Ausschluss zeigt aber eine kleine wundersame Welt, die von einem Mann händisch angetrieben wird und sich träumerisch in in den vielstimmigen, halligen Chor einfügt.

Fine. – howdowenevermeet

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Die kleine Schwärmerei, die Fine in ihrem aktuellen Song „Howdowenevermeet“ ist eine ebenso schöne Melodie, die in die gesetzte, träge Winterzeit passt. Der minimalistische Sound der Newcomerin vermittelt eine Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit. Dazu kommt die zarte Stimme, die durch die emotionale Durchlässigkeit eine intime Atmosphäre kreiert. Gerade Fragen nach dem, was hätte sein können, nach den Möglichkeiten die auf einen warten und den Möglichkeiten, die schon an einem ungenutzt vorbei gezogen sind, tauchen unweigerlich auf, wenn man gemeinsam in Erinnerungen schwelgt. Ob allein am Fenster, mit den Eltern oder mit alten Freunden, die Nostalgie und der damit einhergehende Konjunktiv der Überlegungen ist eng mit Weihnachten verwoben, weshalb Fines zarter Song in dieser Zeit passt.

Weihnachtssongs, die keine sind – Playlist

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