Werbung ohne Grenzen: Gesichtstattoo für Benny Blanco zu neuer Single?
Egal ob zu Singles, Alben oder Videos: Promophasen zur Bekanntmachung von Neuerscheinungen sind bei Musiker:innen ein Muss. Vor allem in einer Zeit, in der ein Hype den nächsten jagt, drohen Künstler:innen mit ihrer Musik unterzugehen. Um so richtig aufzufallen, muss also einiges getan werden.
Das dachte sich auch Produzent Benny Blanco, der ein mehr als auffälliges Video auf TikTok veröffentlichte. Um seine neueste Single zu pushen, ließ der Künstler sich den QR-Code zum zugehörigen Streaming-Link auf die linke Wange tätowieren. In den Kommentaren zeigen sich Fans gleichermaßen geschockt, verwirrt oder einfach gut unterhalten.
Real oder fake?
Nur ein PR-Gag und alles fake? Das ist gut möglich, denn der genaue Tätowier-Vorgang bis hin zum Ende ist hier nicht ersichtlich. Allein das scheinbar rot angeschwollene Endprodukt zeigt der Musiker stolz in die Kamera. Auch, dass der beworbene Song, featuring BTS und Snoop Dogg, “Bad Decisions” heißt, lässt einen skeptisch werden und vermuten, dass an dem Video vielleicht nicht alles für bare Münze genommen werden kann.
@itsbennyblanco ya… i actually got the QR code for my song tattooed on my face
♬ Bad Decisions – benny blanco & BTS & Snoop Dogg
Mehr ist mehr
Aber egal ob real oder fake – was heißen Aktionen wie diese für die Musikbranche? Klar ist es eine amüsante Idee, erregt Aufsehen und kann ein Release um einiges pushen, vor allem wenn das Video auf einer Plattform wie TikTok gepostet wird. Hier kann es schnell passieren, dass die Aktion viral geht und die Musikschaffenden somit drastisch in deren Karriere vorantreibt. Aber wo ist hier die Grenze zwischen Coolness und Risiko? Werden solche Videos in Zukunft zum Standard und sind gar der Startschuss zu neuen Extremen? Denn dass solche Wege zur Selbstvermarktung keineswegs von Newcomer:innen, sondern von stark etablierten Künstler:innen angewandt werden bedeutet auch, dass diese nicht aus einem Mangel kommen.
Die Geschichte der Extrem-Promotion
Benny Blanco war bislang jedoch nicht der einzige Musiker, der zu so ausgefallenen Werbe-Aktionen für seine Musik griff. Schon länger gibt es Künstler:innen, die in diesen Sachen gerne weiter denken. Man erinnere sich nur an die Wette zwischen Kanye West und 50 Cent rund um die Verkaufszahlen ihrer Releases “Graduation” und “Curtis” im Jahr 2007. Der Wetteinsatz: Der Verlierer hört auf mit der Musik.
Aber auch die angebliche Verlobung von Nicki Minaj und DJ Khaled im Zuge ihrer gemeinsamen Single “I wanna be with you” 2013, scheint dann doch außergewöhnlich. In diesen Fällen waren die Promo-Gags auch wirklich nur Gags, um Aufmerksamkeit zu erregen. An keiner der Aktionen war wirklich etwas dran: 50 Cent macht weiterhin Musik und Nicki und Khaled traten auch nicht vor den Altar.
Das neue „Normal“?
Dass solch extreme Promotionstrategien jedoch immer häufiger zu sehen sind zeigt, dass die Mittel immer außergewöhnlicher werden müssen, um wirklich etwas zu erreichen. Damit der wählerische Spotify-Algorithmus hellhörig wird, reicht es scheinbar nicht mehr, allein Musik anzubieten, ein paar Interviews zu geben oder einen netten Newsletter an die Fans zu senden. Was bleibt da anderes übrig, als mit der Vermarktung kreativ zu werden und an Grenzen zu gehen? Wie sich ein vermeintliches Gesichtstattoo auf eine Singleveröffentlichung auswirkt, wird sich dank Benny Blanco noch zeigen. Es wird mit Sicherheit auch nicht der letzte Gag bleiben, den wir in Zukunft sehen werden.
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