Album der Woche: Charlotte Cardin – 99 Nights
Vergangenen Freitag erschien mit „99 Nights“ die zweite Platte der kanadischen Sängerin Charlotte Cardin. Nachdem sie sich auf ihrem Debüt „Phoenix“ textlich eher stark zeigt, ihrem Ex-Partner nicht länger als zwei Wochen nachweint und happy über ihre Freiheit ist, zeigt sie sich in „99 Nights“ viel verletzlicher. So singt sie in „Confetti“ beispielsweise vom Gefühl sich auf einer Party wie ein Zombie zu fühlen, Menschen zu kennen, aber keine Freunde zu haben. Musikalisch klingt aber sowohl dieser als auch viele andere Songs auf der Platte gar nicht so introspektiv.
Neben dem, für Charlotte Cardin typischen, R’n’B-Pop-Sound, finden sich auch immer häufiger elektronische Momente. Der Titelsong „99 Nights“ erinnert mit seiner dominanten Bass-Line und den Synths sogar ein bisschen an die 80er. Die Ballade „Next To You“ schließt das Album. Mit ihrer Stimme, die sie hier ganz fragil zeigt, löst sie eine Gänsehaut aus. „Wanna be better, I wanna be new / But I can’t be those things next to you“, ein Befreiungsschlag und eine schöne Aussicht, mit der uns Charlotte Cardin zurücklässt.
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