Album der Woche: My Ugly Clementine – The Good Life
My Ugly Clementine liefern mit ihrer zweiten Platte „The Good Life“ einen würdigen Nachfolger zu ihrem Debütalbum „Vitamin C“. Während ihr erstes Album vorrangig von Sophie Lindinger geschrieben und produziert wurde, schrieben am neuen Album auch die Bandkolleginnen Mira Lu Kovacs und Nastasja Ronck mit. Der Sound ist alles in allem bisschen eckiger und kantiger als auf „Vitamin C“. Auch wenn beides ganz klar Indie-Rock-Alben sind, klingt es so, als hätten sich die drei dieses Mal weniger an Pop-Elementen bedient und dafür mehr aus den Soundwelten des Grunge gegriffen.
The „Okay Life“
Textlich trauen sich My Ugly Clementine, selbstreflexiv und gleichzeitig sozial-kritisch zu sein. Der Song „Feet Up“ beginnt, getragen von einem schranzigen Gitarrenriff und der Laid-Back Gesangsstimme, so: „Seven days a week / nothing on my cally / seven years since I last watched telly / I got no plans and scrolling on the Gram in my bed every Fridaynight damn / I mean it’s nice but I’m bored“. Mit „10 Things“ schaffen die drei eine popkulturelle Referenz zum Film „10 Things I Hate About You“ und legen darin die menschliche Widersprüchlichkeit dar, in dem sie aufzählen, was man alles an einer verflossenen Liebe hasst und wie man trotzdem noch Gefühle für sie hegt. Über das gesamte Album hinweg, kreieren My Ugly Clementine eine Ahnung, dass „The Good Life“ kein perfektes Leben bedeuten muss, sondern ein menschliches und durchschnittliches Leben eigentlich schon ziemlich „good“ ist.
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