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Album der Woche: Olivia Rodrigo – you seem pretty sad for a girl so in love

Posted in: Album der Woche
Tagged: Olivia Rodrigo

Olivia Rodrigo „seem[s] pretty sad for a girl so in love“: Eine neue musikalische Ära ist angebrochen, das machten auch schon die vorab Single „drop dead“ und „the cure“ mehr als deutlich. Letztere begibt sich dabei, sowohl in den Lyrics als auch im dazugehörigen Musikvideo in die schmerzhafte Gewissheit, dass auch eine große romantische Liebe sich nicht als Mittel gegen die eigenen inneren Kämpfe eignet. Gleichzeitig schien der Titel sich auch durch die unmittelbare Promo-Phase vor dem Album-Release zu ziehen. In „drop dead“ zitiert sie Olivia eine Songzeile der Band The Cure und beim Primavera Sound Festival in Barcelona stand sie mit Frontmann Robert Smith auf der Bühne, um den 10. Track auf ihrem Album „what’s wrong with me“ zu performen, auf dem Smith natürlich der Feature-Gast ist. 

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Olivia Rodrigo schlägt einen neuen Sound an

Wer auf dem neuen Album wieder mit diesem wütend gesprochenen Retro-Pop-Punk rechnet, der „GUTS“ und „SOUR“ so sehr geprägt hat, wird beim ersten Anhören des Albums erst mal irritiert sein. Olivia Rodrigo wirkt deutlich nachdenklicher, melancholischer, lehnt sich wieder mehr in gefühlvollen Balladen. Außerdem fließen dann deutlich mehr kleine Indie-Rock- und Dream-Pop-Momente ein,  gespickt mit 80s angehauchten Synths und Rodrigos drückenden mitreißenden Vocals.

Während „drop dead“, „stupid song“ und „u + me = ᐸ3“ sich zwar wie frisch verliebte Liebeslieder anhören schwingt auch schon in ihnen eine gewisse Schwere mit. In „maggots for brains“, unterlegt von einem „Neue Deutsche Welle“-anmutenden Beat, kommt dann ein erstes deutliches Erwachen in Form von Trennungsangst: „I’m a sad shell of a woman and I’ve got maggots for brains / but that’s just a thing that happens when my / when my baby goes away“.

„seem[s] pretty sad for a girl so in love“: Zwischen großer Liebe und inneren Konflikten

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Deutlich punkrockiger und auch mal wieder etwas wütender wird es auf „my way“. Dabei bedient Olivia Rodrigo dann auch gleich die gute alte „female-rivalry“-Trope. Ab dem Track „Purple“ wird es dann noch introspektiver. Ab diesem Punkt scheint das Album immer mehr eine erwachsene Liebe zu beschreiben, in der man auch widersprüchliche Gefühle und all diese verschiedenen Grautöne auszuhalten lernen muss, die immer wieder neue Fragen aufwirft: „Are we so in love, are we too attached?“. Verstärkt werden diese Themen dann natürlich noch von einem Songwriting, das den Finger gezielt tief in die Wunde zu legen scheint: „And I have this thought when I lay in bed at night / That I feel trapped inside my life / Is that a normal thing to fight back the waves / Of a static lover’s dread? / I’m overwhelmed, I’m underfed / And yet I still cling“.

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Auch wenn „you seem pretty sad for a girl so in love“ sich so deutlich weniger eignet, diesem aufgeladenen Gefühl von Girlhood und Wut freien Lauf zu lassen, schafft es Olivia Rodrigo auch auf diesem Album, einen weiteren großen Schritt nach vorne zu gehen und komplexe Gefühle in ein schönes und vielfältiges Pop-Gewand zu kleiden. Spaß macht außerdem, dass das Ganze im Vergleich noch etwas reifer, komplexer und auf eine leise, unangenehme Weise schmerzhafter wirkt als vorherige Projekte, mit einer Energie, die sich mehr nach innen als nach außen zu richten scheint.

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