Album der Woche: TYM – Sandstorm exuleD
Wenn Artists ihrem Album eine Deluxe-Version nachschieben, erzeugt das bei Fans oft gemischte Gefühle. Zum einen freut man sich ja auf neues Material, zum anderen ist dieses oft nur halbfertige B-Ware, die für die eigentliche Tracklist verworfen wurde. Bei TYM muss man sich solche Sorgen nicht machen. Knapp drei Monate nach seinem „Sandstorm“-Tape veröffentlicht der Hyperpopper „Sandsturm exuleD“ – und damit gleich 19 neue Songs.
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Diese Stücks rangieren drastisch in ihrer Spielzeit und ihrem Songformat: An ausproduzierte Nummern mit Single-Potenzial reiht der Musiker mit dem bunten Balaclava skizzige Interludes, an brachiale Hyperpop-Banger unkonventionelle Gesangs-Experimente. Da kann man dann auch mal innerhalb von einem Songs vom Englischen ins Deutsche kippen, von geflüsterten Spoken-Word-Passagen durch tausend Pitch-Tonlage bis zum Geschrei reisen.
Dazwischen lässt Tym ausgedehnte Instrumental-Passagen stehen, die Lust auf ein Producer-Album von ihm machen. Dass dem durchschnittlichen Musik-Fan jedes dieser 19 Fragmente von Tyms kreativer Seele gefällt, ist eher unwahrscheinlich – aber dass nichts davon Anklang findet auch. Während die übrige Szene in Deutschland eher in den Kinderschuhen steckt, zeigt Tym immer wieder, dass seine Definition von Hyperpop schon viel weiter ist – und im kommenden Jahr hoffentlich noch weiter geschärft wird.
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