Berq startet mit seinem neuen Song „Lamia“ in die „Trautonium“-Era
Letzte Woche hat berq sein neues Album „Trautonium“ angekündigt, jetzt folgt mit „Lamia“ die erste Single des Projekts. Das dazugehörige Musikvideo sieht dabei so aus, als würde es direkt an den zuvor veröffentlichten Albumtrailer anschließen. Dass der neue Track eher bedrohlich anmuten würde, wurde neben Berqs so charakteristischem Sound schon durch die vorab veröffentlichte Zeile „So viele Zähne braucht keiner zum Lächeln“ deutlich. Und auch seiner Ankündigung, in der „Trautonium“-Era aus persönlichen Gründen ab jetzt häufiger in Videos zu fliegen, wird er gerecht.
„Lamia“: Referenz an die griechische Mythologie?
Der Titel des Songs „Lamia“ verweist übrigens sowohl auf eine griechische Stadt als auch auf eine Gestalt der griechischen Mythologie. Je nach Überlieferung unterscheiden sich die Details ihrer Herkunft, bekannt ist Lamia aber vor allem als wunderschöne Königin von Libyen, in die sich der Götterkönig Zeus verliebt. Seine Frau Hera rächt sich daraufhin an ihr. Lamia wird schließlich in den Wahnsinn getrieben und verwandelt sich in eine dämonischen Gestalt. In der europäischen Folklore wurde der Name später teilweise auch allgemein für dämonische oder hexenartige Fabelwesen verwendet. Wir sind auf jeden Fall gespannt, ob die Erzählung auf dem Rest des Albums eine Fortsetzung finden wird.
Das Trautonium im Zentrum
Produziert hat Berq das neue Album erneut gemeinsam mit seinem Stammproduzenten David Bonk. Eine besondere Rolle kommt daneben auch dem niederländischen Musiker Thijs Lodewijk alias LudoWic zu. Er gehört zu den wenigen heutigen Musiker:innen, die das titelgebende Trautonium virtuos beherrschen, und spielt das Instrument auf dem Album.
Seit der Bekanntgabe des Albumtitels wurde natürlich schon spekuliert, ob das Anfang der 1930er-Jahre entwickelte Musikinstrument tatsächlich auch auf dem Projekt auftauchen würde. Die Antwort lautet: ja. Das Trautonium gehört zu den ersten elektronischen Musikinstrumenten überhaupt. Es wurde unter anderem durch die Vogel-Sounds in Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ bekannt, für die der deutsche Musiker Oskar Sala verantwortlich war.
Statt einer klassischen Tastatur besitzt das Trautonium ein sogenanntes Manual aus einem gespannten Widerstandsdraht über einer Metallplatte. Gespielt wird durch Druck auf den Draht und gleitende Bewegungen. Dadurch lässt sich die Tonhöhe stufenlos verändern. So entsteht ein ganz eigener, stellenweise fast menschlich wirkender Klang – und genau der dürfte auf „Trautonium“ noch eine größere Rolle spielen.
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