Die Latin-Welle und was sie mit uns macht – wie Megastars wie Bad Bunny und ihre Musik gerade Deutschland prägen
Dieses Wochenende lag etwas in der Luft und wandelte beseelt durch die Straßen Düsseldorfs. Und nein, wir meinen natürlich nicht die niedergeschlagenen Fußballfans, sondern ein tanzendes, strahlendes Publikum, das vermutlich auch das ein oder andere Tränchen vergossen, aber die meiste Zeit mit Kreischen, Singen und Twerken, oder vielmehr dem Reggaeton-Pendant „Perrear“ verbracht hat. Kurz davor wurde schon um Tickets gekämpft, sich über Social Media ausgetauscht oder einfach die Tatsache genossen, dass sich dieser Weltstar tatsächlich innerhalb derselben Landesgrenze befindet wie man selbst. Ja, wir wissen es alle, aber es muss trotzdem nochmal erwähnt werden: Bad Bunny war in Düsseldorf und das war für viele sicher weit mehr als einfach nur ein Konzert.

Natürlich stehen große Artists für die globale Strahlkraft von Latin Trap und Reggaeton und ihre Konzerte sind riesige Pop-Momente, aber sie erzählen auch etwas über Community, Geschichte, Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach gemeinsamen Erlebnissen. Denn hinter dem aktuellen Latin-Hype stehen nicht nur einzelne Mega-Stars, sondern genauso lokale Szenen und kreative Kollektive, die Musik als gemeinsamen Raum verstehen. Auch Havana Club spielt in dieser Entwicklung als Motor und Möglichmacher eine Rolle.
Das moderne Selbstverständnis von „Latin Music“
Artists wie Bad Bunny verkörpern ein modernes Selbstverständnis, das man aktuell in immer mehr Teilen der Latin Community beobachten kann. Er singt auf Spanisch, spielt mit Geschlechterbildern, stellt dabei Männlichkeit infrage und muss sich nicht an ein englischsprachiges Pop-Ideal anpassen, um weltweit gefeiert zu werden. Oder besser: Er wird nicht trotz dieser Eigenständigkeit gefeiert, sondern genau deswegen. Das ist auch deshalb so spannend, weil „Latin Music“ oft als ein großes Label benutzt wird, obwohl darunter ganz unterschiedliche Genres, Szenen und Traditionen zusammenlaufen: Salsa, Reggaeton, Bachata, Dembow, Mambo, Latin Trap, karibische Club-Sounds und vieles mehr.
Gerade für ein Publikum außerhalb Lateinamerikas wurde diese Musik lange klischeehaft erzählt: ein bisschen Sommer, ein bisschen „Exotik“ und Urlaubsgefühl. Bad Bunny und viele Artists seiner Generation drehen dieses Bild gerade endlich sichtbar um. Sie holen sich die Deutungshoheit über ihre eigene Kultur zurück und bringen Menschen weltweit dazu, sich der Kultur wirklich anzunähern, statt sie nur aus der Distanz zu konsumieren. Auch sein aktuelles Album „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“ passt genau in dieses Bild: Es klingt zeitgemäß, greift aber gleichzeitig traditionelle Elemente auf und verbindet karibische Clubmusik mit Referenzen an Salsa, Mambo und puerto-ricanische Musikgeschichte.
Kuba als kultureller Bezugspunkt
Wenn man über Latin Music, Clubkultur und kollektive Momente spricht, landet man früher oder später auch bei Kuba. Nicht als Postkartenmotiv, sondern als kulturelle Kulisse, in der Musik, Tanz, Straße, Nachtleben und Begegnung seit Jahrzehnten eng zusammengehören. Für Havana Club ist dieser Bezug kein nachträgliches Branding, sondern Teil der eigenen Geschichte. Denn Havana Club ist im Kern mit kubanischer Kultur, Son Cubano, Salsa, Barkultur und dem Moment verbunden, in dem Menschen bei Musik zusammenkommen, um aus einem Abend ein gemeinsames Erlebnis zu machen.

In den vergangenen Jahren hat sich dieses Bild erweitert. Weg vom rein nostalgischen Blick auf Kuba, hin zu einer jüngeren, urbaneren Gegenwart: Straßenkunst, DIY-Ästhetik, Clubkultur, DJs, kreative Szenen. Kollaborationen mit Artists wie Burna Boy oder Skepta haben gezeigt, dass Havana Club Musik unter dem Gedanken „We believe in the Energy of the Collective“ nicht nur über Herkunft erzählt, sondern vor allem über Austausch, Begegnung und gemeinsame Energie. Genau daran knüpft auch die aktuelle Kampagne an: Kuba bleibt als kultureller Ausgangspunkt spürbar, bietet aber auch Raum in der Fusion unterschiedlicher musikalischer Einflüsse zum Beispiel in Köln oder Berlin kollektive Freude zu entfachen.
Echte Community entsteht in kleineren Räumen
Das überwältigende Gefühl, mit einer riesigen Menge dieselben Zeilen zu singen, spricht vermutlich etwas zutiefst Menschliches in uns an. Aber „Latin Music“ nur über Arena-Momente zu erzählen, würde dem Ganzen auf keinen Fall gerecht werden.
Mit dem wachsenden Latin-Hype werden auch die Communities sichtbarer, die diese Sounds schon lange im Alltag tragen. Auf Partys, in Clubs, bei DJ-Sets, auf Aftershows, in Freundeskreisen, in Kollektiven – einfach überall dort, wo Menschen Musik miteinander teilen, ganz ohne Gedanken an den großen, globalen Hype.

Gerade im Kleinen blüht die „Latin Music“-Bewegung gerade also besonders auf: Queere Reggaeton-Partys, Salsa-Abende mit Rueda, Clubnächte mit Dembow, Bachata, Latin Trap oder elektronischen Einflüssen. Das alles zeigt gut, dass es sich hier nicht um einen einzelnen Sound handelt, sondern um einen ganzen Kosmos, der in vielen kleineren Spaces auf verschiedenste Weise ausgelebt wird. Diese Räume sind also längst keine Fußnote zu den großen Pop-Momenten, sondern hier kommen kultureller Austausch, Musik und Community regelmäßig zusammen.
Das Havana Club Event
Genau diesem Verständnis folgt Havana Club. Bei Radio Sabor, einem echten Pionier-Event aus Köln, geht es nicht nur um die Verlängerung eines einzelnen Konzertabends, sondern um die Verbindung von Musik, Community und vor allem um gemeinsame Momente auf dem Dancefloor. Solche Abende passen zu einem Markenverständnis, das Kultur nicht nur performativ abbilden, sondern kreative Szenen, Kollektive und lokale Communities wirklich begleiten will. Auch die regelmäßige Radio-Sabor-Party in Köln zeigt, dass dieses Gefühl dort weitergetragen wird, wo Menschen ohnehin zusammenkommen und Latin Sounds nicht als Trend, sondern als Teil ihres Alltags leben.
Einer, der genau diese Räume seit einigen Jahren mitprägt, ist DJ und Produzent Yohenkwart, der beim Havana Club Event aufgelegt hat. Gerade hat er seine erste Deutschlandtour gespielt, ebenfalls mit Havana Club als Support. Er ist auf den Kanaren aufgewachsen, lebt heute in Köln und nennt die Stadt sogar die „Latino-Hauptstadt in Deutschland“. Dort hätten Partys schon lange vor dem großen Reggaeton-Hype eine eigene Base gehabt, sodass eine Art Messlatte für andere Städte gesetzt wurde.

Für ihn fühlen sich die unter dem Begriff „Latin Music“ zusammengefassten Genres in Deutschland deshalb auch anders an als in Lateinamerika. Dort läuft sie in vielen Städten selbstverständlich an jeder Ecke. Hier ist sie trotz des Hypes noch immer etwas Besonderes. „Hier ist es ein Randgenre“, sagt Yohenkwart, aber genau deshalb würden viele Latinas und Latinos in Deutschland die Musik besonders intensiv leben. Bei Partys und Konzerten spüre man, „dass man praktisch ein Stück Heimat wieder zurückbringt“. Yohenkwart verkörpert damit genau die Werte, über die Havana Club Musik definiert: Unterschiedliche kulturelle Einflüsse, kollektive Energie und Alegria, also die Freude, die entsteht, wenn ein Raum gemeinsam in Bewegung kommt.
Musik und Tradition
Dass Havana Club in diesem Kontext oft auftaucht, kommt nicht ganz von ungefähr. Die Geschichte der Marke ist schon lange eng mit kubanischer Kultur, Nachtleben, Son Cubano und Salsa verbunden. Früher wurde diese Verbindung vor allem über Tradition, Nostalgie und Authentizität erzählt: über die goldene Ära der kubanischen Barkultur in den 30er- bis 50er-Jahren, über klassische Drinks wie Mojito und Cuba Libre, über Havanna als Sehnsuchtsort und Musiktraditionen wie Son, Bolero oder später auch den Buena Vista Social Club.

Heute geht es stärker darum, diese Wurzeln nicht nur zu bewahren, sondern sie in die Gegenwart zu übersetzen. Yohenkwart beschreibt die Verbindung zu Havana Club deshalb weniger über Folklore als über Musik und Nachtleben. Für ihn habe es „sehr gut musikalisch“ gepasst, aber auch damit, „für was sie stehen, für was ich stehe. Und das Nachtleben.“ Genau diese Verschiebung passt zu dem, was man gerade in der Latin Community beobachten kann. Es geht nicht nur um kulturelle Herkunft, sondern auch darum, daraus neue Räume, Sounds und Begegnungen entstehen zu lassen. Marken wie Havana Club können solche Momente unterstützen, wenn sie sich nicht über eine Szene stellen, sondern als Partner auftreten, der Musik, echte Community und kulturellen Austausch ernst nimmt.
Die kleinen Dinge sind nicht kleiner
Am Ende liegt die eigentliche Kraft dieser Bewegung am Ende genau dort: Nicht nur in den großen Arena-Momenten, sondern in den kleinen Räumen, in denen Menschen regelmäßig zusammenkommen. Bad Bunny war in Düsseldorf mehr als ein Konzert. Er war ein lauter Beweis dafür, wie groß Genres wie Reggaeton und Latin Trap gerade sind und wie stark Community sein kann. Aber die Geschichte dahinter endet nicht, wenn das Stadionlicht ausgeht. Sie läuft weiter in Clubs, Bars, Kollektiven, DJ-Sets und Partys, in denen Latin Music immer wieder neu übersetzt wird. Mit Menschen, die zusammenkommen, Musik, die dabei verbindet und einer Community, die nicht nur auf den nächsten großen Moment wartet, sondern ihn im Kleinen immer wieder selbst entstehen lässt.
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