DIFFUS Weltreise: 5 spannende Künstler:innen aus Österreich
Österreich hat in der vergangenen Zeit mit vielen großen Musiker:innen und Bands von sich reden gemacht. Neben den altbekannten Größen wie Bilderbuch, Wanda oder gar Falco ist besonders in der letzten Zeit die Musik vieler neuer Talente, darunter Verifiziert, Eli Preiss und fiio, aus dem Nachbarland zu uns herübergeschwappt. Doch damit noch lange nicht genug: Wir haben bei dem mittlerweile dritten Stopp unserer DIFFUS Weltreise fünf weitere Künstler:innen und Bands im Gepäck, die man auf keinen Fall verpassen sollte.
Sharktank
Unverhofft kommt oft – so war es zumindest bei Sharktank. Das Trio hatte nie geplant gemeinsam Musik zu machen, denn eigentlich wollte Rapper Mile ein Soloprojekt starten. Doch das Schicksal hatte andere Pläne und hat den Rapper kurzerhand mit Produzent Marco Kleebauer (Bilderbuch, Oehl) und Oehl-Liveband-Mitglied Katrin Paucz in ein Tonstudio gesteckt – und nie mehr wirklich rausgelassen. Denn die drei harmonieren musikalisch auf ganz hohem Level und bilden nicht nur ein Trio aufgrund ihrer Personenanzahl, sondern auch ein Trio der Genres. Denn warum immer auf Features warten, um Hip-Hop mit Indie zu kombinieren, wenn man die verschiedenen Musikstile auch einfach in einer Band miteinander vereinen kann?
Auch wenn Sharktank so nie geplant war, scheint die Kombination aus rhythmischem Feelgood-Indie und inhaltstarkem Oldschool-Rap, genau das zu sein, was in der momentanen Musiklandschaft noch gefehlt hat. Denn gerade wenn man sich in der butterzarten Stimme der Sängerin Katrin verlieren will, gibt es einen Stilbruch im Sound und Mile führt mit seinen HipHop-Versen fort, alles so stimmig überbrückt von Marcos leichten Instrumentals, dass sich der Sound für den:die Hörer:in absolut natürlich anfühlt.
Sharktank – For Myself
Ihr Debütalbum „Get it done” sind Katrin, Mile und Marco genau so angegangen, wie sie alles in ihrer bisherigen gemeinsamen Karriere seit Sommer 2020 angegangen sind: Komplett spontan und aus dem Bauch heraus. Die drei treffen sich im Tonstudio und schauen was passiert. So gelingen ihnen jede Menge frische Songs, die Momentaufnahmen ihrer Leben bilden, da immer genau das thematisiert wird, was die drei gerade beschäftigt.
Empfohlende Anspielstationen: „For Myself“, „Bad Energy“
OSKA
Maria Burger, wie Oska mit bürgerlichem Namen heißt, wollte für ihren Künstlerinnennamen ein Pseudonym schaffen, dass etwas mit ihr und ihren Engsten zu tun hat – und hat sich daher kurzerhand den Namen ihres ältesten Bruders „Osker“ abgewandelt und „ausgeliehen“. Familie und Liebe stehen für die Sängerin nämlich an höchster Stelle, was man ihren verträumten, schwermütigen Popsongs definitiv anmerkt. Oska ist gemeinsam mit ihren vier Geschwistern in einem sehr musikalischen Haushalt aufgewachsen, in dem ständig musiziert wurde. So hat die Sängerin schon sehr früh ihren intensiven Zugang zur Musik gefunden, sowie ihre Liebe zur Straßenmusik entdeckt.
Erst dieses Jahr hat sie ihre Debüt-EP „Honeymoon Phase“ released, in der sie mit zarter Stimme über ihre Erfahrungen und Verluste in der Liebe singt, verpackt in so rohe und verletzliche Texte, dass man als Hörer:in einen tiefen Einblick in das Innerste der Sängerin erhält.
OSKA – Distant Universe
Die erste Single „Distant Universe“ der EP beschäftigt sich in eben dieser Wahrhaftigkeit mit dem Verlust der ersten großen Liebe, wenn man denkt die ganze Welt bricht zusammen. Die Wienerin schafft es, wie in all ihren Songs, zwar sehr persönliche Erfahrungen von sich zu teilen, aber gleichzeitig genug Raum für den:die Hörer:in zu lassen, sich selbst in den Texten wiederzufinden – und sorgt damit für ganz viel Emotion und Melancholie.
Empfohlene Anspielstationen: „Come Home“, „Distant Universe“, „Woodstock“
Florence Arman
Ähnlich emotionsgeladen geht es weiter mit Florence Arman. Die britischstämmige Sängerin aus Wien, hat schon lange bevor sie letztes Jahr ihr Debüt als Singer-Songwriterin gefeiert hat, in der Musikszene ihr Unwesen getrieben. Schon von klein auf hat die mittlerweile 26-Jährige von Zuhause aus große musikalische Einflüsse mitbekommen. Die kleine Florence hat bereits mit vier Jahren angefangen Geige zu lernen und sich später Klavier und Gitarre selbst beigebracht. Sie fing an selbst Musik zu schreiben und produzieren und hat schon mit großen Künstler:innen wie The Kooks und Cro zusammengearbeitet, bevor sie mit „Naked“ ihren ersten eigenen Song rausbrachte. Und seitdem liefert die Künstlerin zuverlässig modernen Lo-Fi Indiepop gespickt mit entspannten Midtempo-Beats und im besten Sinne simplen Melodien, die vollkommen mit den eingängigen Gitarren- und Klaviermelodien auskommen.
Florence Arman – Naked
Erst kürzlich hat Florence mit ihrer Debütsingle „Naked“ eine Millionen Streams auf Spotify geschafft und gleichzeitig mit ihrer Debüt-EP „Out of the Blue” bewiesen, dass der Erfolg des Songs keineswegs Zufall war. „Out of the Blue“ handelt im gleichnamigen Song von dem Zerbrechen einer Freundschaft, welches die Sängerin sehr mitgenommen hat. Sie scheut nicht davor zurück, ihre Trauer darüber offen zu verkünden und zeigt sich so auf dem Singlecover in Tränen aufgelöst. Als Hörer:in kann man sich einfach nur darüber freuen, dass die Künstlerin ihre eigene Emotion in so wundervoller Musik verarbeitet und gespannt in die Zukunft schauen, in der von Florence Arman mit Sicherheit von viel zu hören sein wird.
Empfohlene Anspielstationen: „Naked“, „Home“
Wer nun Lust bekommen hat, die Musiker:innen aus Österreich auch hierzulande mal live zu erleben, kann sich freuen: Sowohl Sharktank als auch OSKA und Florence Arman werden auf dem diesjährigen Reeperbahnfestival in Hamburg auftreten.
NENDA
Nach so viel Indiepop wird es Zeit für etwas Rap, den uns Newcomerin NENDA liefert. Die eigentlich Schauspiel studierende Österreicherin hat erst im Lockdown ihrer Wahlheimat London angefangen, Musik zu machen und mit „Mixed Feeligs“ im Dezember letztes Jahres ihre Debütsingle rausgebracht.
NENDA erzählt in dem Song von dem Alltagsrassismus, den sie als BPOC in einem sehr weißen Dorf im österreichischen Ötztal von klein auf erfahren musste. Dies verdeutlicht sie auch in einem wirklich imposanten Musikvideo, in dem sie zuerst im schillernden Partyoutfit inmitten von Bergen einen genau so großen Kontrast darstellt wie danach mit Dirndl in der Fußgängerzone. Ein Kontrast, den sie auch in ihrem Inneren fühlt, da sie aufgrund des ständig anhaltenden Rassismus nie richtig wusste, wohin sie gehört. Aber auch wenn das Thema natürlich zutiefst ernst und relevant ist, schafft es die Sängerin auf humorvolle Art darauf aufmerksam zu machen. Humorvoll nicht zuletzt deswegen, weil sie nach den im feinsten british english gesungenen Strophen prompt auf waschechtes Tirolerisch umsteigt. Ihr Herz sei nunmal in Tirol, daher der Sprachwechsel und sie möchte ihre Heimat mit dem Song auch nicht mit ihren Vorwürfen vorführen, sondern das dort teilweise herrschende Mindset ändern, da sie Tirol so sehr liebt.
NENDA – Mixed Feelings
Mittlerweile ist auch eine zweite Single von NENDA erschienen, „Borders“. Genau wie in „Mixed Feelings“ widmet sich die Sängerin mit ihrer unbeschwerten Art wichtigen Themen und beschreibt die Schicksale zweier Frauen, Eine geehrt durch Privilegien und Eine am Boden, kurz vor der Abschiebung aus Österreich. Damit hinterfragt NENDA erneut bestehende gesellschaftliche Strukturen und gibt ihren Songs eine große Relevanz. Wir sind der Meinung, es braucht mehr solcher starker Frauen wie NENDA, welche auf die Misstände dieser Gesellschaft aufmerksam machen und sind sehr gespannt, was wir von ihr noch alles so hören werden.
Empfohlene Anspielsationen: „Mixed Feelings“, „Borders“
Naked Cameo
Bei Naked Cameo handelt es sich um eine Synthiepop-Band aus Oberösterreich. Der wirklich vielseitige Sound der vier ist schwer in ein Genre zu packen und schwirrt irgendwo zwischen Pop und Indie herum, mit starken R&B und Elektroeinflüssen. Mit dem genialen Einsatz des Synthesizers erzeugt Maria Solberger einen absolut einzigartigen, aber keinesfalls unnatürlichen Sound, der von Patrick Pillichshammer am Schlagzeug zu einem rundum organischen Sound wird. In Kombination mit der Gitarre und dem starken Gesang von Lukas Maletzky, der immer wieder in eine starke, kontrollierte Kopfstimme abdriftet, werden Naked Cameo zu einer außergewöhnlichen Band, die es schafft, neuartige Elemente in vertraute Melodien zu packen, sodass der Sound spannend bleibt, ohne dem:der Hörer:in aufgrund von Andersartigkeit über zu werden.
Naked Cameo – Luddite
Mit „Of Two Minds“ haben Naked Cameo bereits 2018 ihr Debütalbum herausgebracht und mit Songs wie Luddite bewiesen, dass es trotz großer Fülle an Synthiepop- und Indiebands immer noch möglich ist, eine neue Soundsparte zu finden.
Empfohlene Anspielstationen: „Luddite“, „Son House“ , „Broken Waters“
Weitere spannende Artists aus Österreich könnt ihr auch auf einer der folgenden Playlists bei Spotify, YouTube und AppleMusic entdecken.
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