Empfehlung des Tages: c4rl – Vogue
Der Hamburger Rapper und Produzent c4rl wurde durch seinen Mix aus Trap und 90er-Eurodance bekannt. Seit dem Start seiner Eventreihe „Dreamteam“ 2022 ist er ein fester Teil der Hamburger Clubszene. 2023 veröffentlichte er dann die erste EP. Das Rezept zu seiner neusten Single „Vogue” scheint zunächst ziemlich simpel. Doch obwohl soundtechnisch neben den einsetzenden Drums gar nicht so viel Verschiedenes passiert, macht die Melodie aus hellen, pulsierenden Synths geradezu süchtig.
Der Track, irgendwo zwischen elektronischer Avantgarde und Hip-Hop, klingt dabei in jedem Fall nach Höhenflug, und spiegelt das auch in den Lyrics wider: „What the Fuck, wir gehn grad to the Top” / „Range Rover Vogue, ich park‘ Money over Hoes“. Auf knapp unter zwei Minuten rappt c4rl selbstbewusst und on point über einen Lifestyle zwischen „Champagne Showers”, abgesagten „Meetings” mit seiner Managerin und Fans, die „warten vor der Show”. Der gerade so gefeierte 2010er-Vibe scheint dabei ebenfalls ein bisschen durchzukommen. Bei genauerem Hinsehen aus gutem Grund:
Bei dem eingängigen Beat handelt es sich nämlich um ein Sample des 2016 veröffentlichten Tracks „See Her Out (Thats Just Live)” von Francis and the Lights, einem Musikprojekt von Produzent und Sänger Francis Farewell Starlite. Dieser arbeitete unter dem Namen auch schon auf einem Track mit Bon Iver und Kanye West zusammen.
Dass c4rl gerne in der Zeit zurückreist, zieht sich auch durch seine vorherigen Releases. Die 2025 veröffentlichte Single „Boom!“ ließ sich eindeutig als Hommage an den 1998 erschienenen Vengaboys-Klassiker lesen. Singles wie „Zu laut“ oder „Poser“ fangen zumindest visuell meist einen unverkennbaren Y2K-Vibe ein.
In dem Musikvideo zu „Vogue” lipsynct ein Model zu c4rls’ Part. Die Kopfhörer im Ohr spielt sie Basketball, fährt U-Bahn, lässt Alkohol mitgehen und strahlt dieses kühle Understatement aus, das sich auch durch c4rls Style zu ziehen scheint. Demnächst wird der Rapper übrigens auch auf Levin Liams noch unreleastem Song „Fang“ als Feature zu hören sein. Hamburg connected!
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