Empfehlung des Tages: Mariybu und Ebow – Nicht alle Männer
Das Mariybu und Ebow kurz vor dem 8. März „Nicht alle Männer”, einen Song mit starker feministischer Message veröffentlichen, scheint wie eine selbstverständliche Fügung. Kritik am Patriarchat und feministische Botschaften sind ein essenzieller Bestandteil von Maribyus Output. Dabei spielt sie geschickt mit Stereotypen und sexistischen Aussagen, dreht und wendet diese nach Belieben. Provokante und ebenso tanzbare Ohrwürmer wie der Hit „Kein Ponyhof” gelingen nicht zuletzt durch ihren feinen Sinn für Ironie und unverkennbaren Hyper-Pop-Sound.
Auch die Schauspielerin und Rapperin Ebow versteht es, politische Themen in ihrer Kunst zu spiegeln. 2024 veröffentlichte sie zuletzt „FC Chaya”, ein zutiefst ehrliches und berührendes Album über ihr Coming-Out. 2025 ergänzte sie es in einer neuen Auflage. Die Tracks behandeln Themen wie Alltagsrassismus, Queerfeindlichkeit, Migration, Feminismus und Freiheit.
Mariybu und Ebow machen eine feministische Kampfansage
Mit Marching-Drums, Streichern und pompösem Beat bauen Mariybu und Ebow in „Nicht alle Männer” gemeinsam eine epische Kulisse für ihre klare Botschaft. Die mantra-artige Hook, „Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann“, bleibt sofort hängen und bringt eine Erfahrung auf den Punkt, die viele Frauen teilen. Zwischen persönlichen Beobachtungen von Grenzüberschreitungen sowie Belästigung und struktureller Kritik wird der Track zur deutlichen Kampfansage gegen bestehende Machtstrukturen. Und kritisiert diese auch in der Musikindustrie: „Er ist vom Label und er ist ein Feminist / Dann legt er sich zu dir, wenn du eingeschlafen bist”
Ebow knüpft in der zweiten Hälfte mit einem ebenso konfrontativen Part an. Sie widerspricht den oft gehörten Verteidigungen: „Ist es nicht komisch? Du sagst, du kennst keinen”. Zudem macht sie klar, wie präsent diese Erfahrungen tatsächlich sind, im Alltag, in DMs und auf der Straße: „Jede meiner Freundinn’n hat die Scheiße mal erlebt / Aber niemand ist ein Täter und ich frag‘ mich, wie das geht”. Die Single wird so zu einer wütenden, aber auch empowernden Hymne, die Pünktlich zum feministischen Kampftag eine wichtige Debatte spiegelt.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.