Empfehlung des Tages: TYM & Miksu / Macloud – Du wayst
Das letzte Jahr hat uns gezeigt: Wenn irgendwo Miksu / Macloud drauf steht, sollten wir alles stehen und liegen lassen und auf Play drücken, denn uns erwartet unter Garantie ein Überhit. Kaum jemand war 2022 so fleißig am Ball wie das Produzenten-Duo, ständig erschienen neue Songs, von Cro über 01099 bis Schmyt und Rin. Der Zenit von diesem Lauf war wahrscheinlich die Doppel-Eins für „Sehnsucht“ und „We Made It“ mit T-low und dann kurz darauf der riesige Erfolg von Makkos „Nachts wach“. Sommerhits aus dem Ärmel schütteln, das scheint für Miksu und Macloud ein Leichtes zu sein, aber auch für kalte, trübe Tage, wie die, die wir gerade erleben, haben die Produzenten den richtigen Sound parat. Das zeigt die neue Single „Du wayst“, für die das Duo mit dem Newcomer TYM zusammenarbeitet.
Zwischen Folk-Ästhetik und Carlo Waibel
Dieser hat sich als einer der ersten Künstler:innen aus Deutschland schon vor Jahren am Hyperpop versucht und ist gerade sowas wie eine Galionsfigur für die deutsche Szene. Trotzdem hat er in der Vergangenheit mit der Post-Punk-Nummer „Zucker“ oder dem dancy French House von „Light It Up“ immer wieder bewiesen, dass er an einer Vielzahl von Genres interessiert ist und so geht auch „Du wayst“ in eine komplett andere Richtung.
Der Song kommt mit auffälligen, zarten Folk-Melodien, die akustisch gezupft werden, dazu ein reduzierter Pop-Punk-Beat und viel mehr machen Miksu / Macloud eigentlich gar nicht. Stattdessen lassen sie TYM Luft, um hier seine ganz eigene Liebeserklärung zu performen: „Baby, du weißt / Ich hab hundert Dollar gespart für uns zwei / Und immer wenn du da bist, Sonnenschein“. Zeilen, die in ihrer Unbeschwertheit und Einfachheit beinahe an Cro erinnern und auch in seiner Vortragsweise ist TYM hier dem ausgewanderten Masken-Rapper gar nicht so unähnlich.
Ob der Song so unfassbar durch die Decke geht wie „Nachts wach“ oder „Sehnsucht“, kann man bezweifeln, muss er aber auch gar nicht. Vor allem zeigt „Du wayst“, wie gut Miksu / Macloud darin sind, jetzt schon mit den spannendsten Acts von morgen zusammenzuarbeiten und diese in einen neuen Sound einzukleiden, der ihnen gut steht. Genau das ist hier sehr gut gelungen und resultiert in einem stimmigen Song für das letzte bisschen Winter, das wir aktuell noch aushalten müssen.
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