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Shoreline fragen sich auf neuem Konzeptalbum: „Is This The Low Point Or The Moment After?“

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Tagged: Shoreline

Die Münsteraner Band Shoreline gehört schon seit einigen Jahren zu den spannendsten Emo- und Punk-Rock-Acts der deutschen Szene. Mit ihrem 2019 erschienenen Debütalbum „Eat My Soul“ erspielte sich die Gruppe eine Fanbase die bis heute über nationale Grenzen hinaus geht. „Is This The Low Point Or The Moment After?“ wird nun ihr erstes Konzeptalbum und damit eine Platte, die nicht nur musikalisch einen neuen Abschnitt markiert, sondern gleichzeitig auch stark autobiographisch geprägt ist.

„Is This The Low Point Or The Moment After?“: Konzept und Introspektive

Irgendwo zwischen Vergangenheit und Gegenwart beschäftigt sich Shoreline auf „Is This The Low Point Or The Moment After?“ mit persönlichen Tiefpunkten und stellt schlussendlich Kommunikation, Entwicklung und Reflexion in den Mittelpunkt. An den Lyrics haben Leadsänger Hansol und Gitarrist Julius gemeinsam gearbeitet. Dabei zeigt sich Hansol auch im Interview mit uns offen und ehrlich: „Viele meiner jetzigen persönlichen Probleme wären glaube ich einfacher gelöst, wenn ich früher besser kommuniziert hätte. Oder empathischer gewesen wäre“, erzählt er und offenbart so auch den Kern des Projekts.

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Aufgestauten Frust in gute Musik zu übersetzen fällt Shoreline grundsätzlich leicht. Doch dieses Mal gehen die Songs noch ein Stück tiefer. Das Schreiben der sehr persönlichen Lyrics beschreibt Hansol im engen, freundschaftlichen Band-Kontext zunächst als befreiend. Komplizierter wird es für ihn erst, wenn die Musik schließlich veröffentlicht wird und ein deutlich größeres Publikum Einblick in diese Gedanken bekommt. Zum Beispiel wenn Hansols entfernter Bekanntenkreis ihn plötzlich persönlich darauf anspricht. Doch die Verletzlichkeit zahlt sich auch aus: „Es ist total schön und bestärkend, wenn wir auf den Konzerten merken, dass viele aus dem Publikum sich damit identifizieren können und wir in Gesprächen merken, dass unsere Musik helfen konnte Emotionen zu fassen und auch rauszulassen.“

Shoreline beschreiben eine musikalische Schlucht

„Is This The Low Point Or The Moment After?“ befasst sich, wie der Titel schon andeutet, nicht nur mit dem „Low Point“, sondern auch mit dem Moment danach. Hansol beschreibt das Konzept selbst als eine Art „Schlucht”. Dabei wird es inhaltlich immer düsterer „bis es nach einem Wendepunkt wieder bergauf geht, um dann hoffnungsvoll zu enden.“ Diese Dramaturgie spiegelt sich auch im Sound wider. Zwar bleiben Shoreline ihrem Gespür für eingängige Melodien, raue Energie und große Hooks treu, doch insgesamt ist die Platte spürbar härter geworden. Es zeigen sich mehr Hardcore-Einflüsse, Druck sowie Dynamik, jedoch ohne dabei den emotionalen Kern zu verlieren. Zu den prägenden Inspirationen zählen laut Hansol unter anderem Bands wie Arm’s Length, FJØRT oder One Step Closer.

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Schnell wird deutlich: „Is This The Low Point Or The Moment After?“ ist für den Leadsänger weit mehr als nur ein weiteres Kapitel der Bandgeschichte. Rückblickend beschreibt er das Album als eine Art verspätete Umsetzung einer Idee, die ihn schon lange begleitet: „Ich würde sagen „Is This The Low Point Or The Moment After?” ist das Album, was ich schon mit 18 immer schreiben wollte, mir aber damals die (metaphorischen) Vokabeln gefehlt haben, um es umzusetzen.”

Zwischen internationaler Szene und DIY-Wurzeln

Hansols 18-jähriges Ich hätte sich dann sicher ebenfalls gefreut zu erfahren, dass auf eben diesem Album auch ein ganz besonderes Feature zu finden ist. Nachdem Shoreline die US-Pop-Punk-Band Knuckle Puck 2024 mit auf ihrer UK-Tour begleiten konnte, kam der gemeinsame Song „Forgive“ zustande: „Wir sind nach der Tour in Kontakt geblieben und als wir den Song geschrieben hatten, habe ich Joe eine kurze DM getippt, ob er Lust hätte dabei zu sein. Eigentlich genau so, wie man sich es erhofft und wünscht, wenn man an ein Feature denkt. Kein langes Verhandeln mit dem Management, keine langen Gagenverhandlungen, sondern wir haben einfach zusammen Musik gemacht. Wir sind der Band und Joe total dankbar, wie viel sie uns mit der Tour und dem Feature geholfen haben. Das lässt einen aufjedenfall auch mit einer gewissen Demut zurück, dass man für andere Bands auch so ein cooles Vorbild sein möchte.“

Trotz internationaler Kollaborationen und einem immer größer werdenden Netzwerk bewegen sich Shoreline weiterhin bewusst zwischen beiden Welten: Sie teilen Bühnen mit deutschen Acts wie Blackout Problems oder den Donots, fühlen sich mittlerweile aber ebenso mit internationalen Bands wie Boston Manor oder Arm’s Length verbunden. Auch ihre Wurzeln in der DIY-Kultur bleiben ein wichtiger Bestandteil der Bandidentität, etwa indem sie versuchen, befreundete Bands wie Between Bodies oder Attic Stories mit auf Tour zu nehmen und so die Szene zu unterstützen, aus der sie selbst hervorgegangen sind. Im September und Oktober 2026 gehen Shoreline auf große Tour und werden in Deutschland unter anderem Stopps in Berlin, Köln und München einlegen.

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