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Sierra Kidds „Lach nicht mehr“ macht deutlich: Das Leben ist ein Farbverlauf

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Tagged: Sierra Kidd

Noch vor einem Monat erklärte Sierra Kidd in einem FAQ auf seinem YouTube-Kanal, dass er absichtlich wenig über seine starke Drogenvergangenheit preisgibt, um Nachahmern vorzubeugen. Doch beim Hören von „Lach nicht mehr“ vergeht wohl jedem die Lust auf den Konsum. Schon die ersten Akkorde, bei denen sich automatisch Szenerien einer Beerdigung im Kopf abspielen, machen deutlich: Jetzt wird’s deep. Kidd erzählt davon, wie er sich vor sich selber geekelt hat, wie er neues Cash direkt für Drogen ausgegeben hat, wie er die Realität vercheckt und wie er Liebe, die ihm entgegengebracht wurde, nicht mehr verstand. Er durchlebte Nächte, in denen er nicht wusste, wie lange er noch durchhält – „Und ich lache nicht mehr – Denn vielleicht erleb ich nächste Nacht nicht mehr.“ Sehr ehrlich geht der Emdener damit um, dass er viele Dinge, die er unterm Drogeneinfluss tat, bereut. Als Beispiel dafür nennt er unter anderem seine Facetattoos, die ihn jetzt an dieses dunkle Kapitel in seinem Leben „erinnern“ werden.

Sierra Kidd – Lach nicht mehr

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Ein Track völlig ohne Hitallüren, Ohrwurmhook oder sonstigen Charakteristika eines Chartstürmers. Das unterstreicht jedoch nur die Aufdringlichkeit und Aufrichtigkeit, mit der Sierra Kidd dieses Thema platziert. Im Kontrast zu seinen vorherigen Releases, die auf ein soundtechnisch sehr konsistentes Album hindeuten und richtig Lust gemacht haben auf den stringenten Sound, vergeht einem bei „Lach nicht mehr“ jedoch das Lachen. „Altes Ich“, „Gomaha“ und „In die Luft“ haben eine Stringenz von ratternden Snares, gepitchter Hook mit Ohrwurmcharakter und harten Realness-Verses, die mit „Lach nicht mehr“ durchbrochen wird. Auch durch das Artwork, was seinen Vorgängern aufgrund des sehr schlichten Farbverlaufs von schwarz zu weiß entgegnet, wird dies deutlich. Zierten doch die Releases davor ein schwarzes kunstvolles Konterfei seiner selbst. Dieser Ausbruch aus der Reihe offenbart, wie sehr Kidd dieses Thema am Herzen liegt.

Sierra Kidd – Gomaha

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Letztendlich sollten wir wohl jede schwarze Episode unseres Lebens wie den Teil des Farbverlaufs auf dem Artwork betrachten – Irgendwann wird die Dunkelheit durch ein cleanes, kräftiges Weiß abgelöst. Sierra Kidd ist mittlerweile nach eigenen Angaben clean und dem Ende des Farbverlaufs wohl sehr nah. Es bleibt abzuwarten, ob sein für den 12. Juli angekündigtes Album „Teamfucksleep“ den Beginn einer neuen Episode abbilden kann.

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