DIFFUS

CONTRA Berlin: Unsere Highlights der Premiere

Posted in: FeaturesHighlight

Clubmusik, Experimental und Live-Performance sollten beim CONTRA-Debüt aufeinandertreffen und miteinander verschmelzen; Szenen zusammengebracht werden. Hat funktioniert. Zwischen den Quasi-Headliner-Performances von Mitinitiator Skrillex und Cloudrap-Royalty Bladee + Ecco2K (die beide selbsterklärend für maximale Eskalation sorgten), einem Surprise-Auftritt von Boys Noize und schweißtreibenden DJ-Sets auf den drei Club Stages gab es einiges in der immer wieder eindrucksvollen Industriearchitektur des Berliner Kraftwerks zu entdecken. Etwa diese fünf Acts:

Nai Barghouti ft. Thys + Peter Somos

Bevor die Beats droppen und die Bässe wabern (an dieser Stelle auch Shoutout an Malibu), zelebriert dieses Trio mit seiner Collab die Symbiose von palästinensischer Folklore und elektronischer Musik. Querflöte, ornamentaler Gesang und Percussion werden ins Spotlight gerückt; Liebe, Lebensfreude und Gemeinschaft sind ganz klar die treibenden Kräfte. Ein subtiles, doch nicht minder wichtiges politisches Statement zu Beginn des Programms.

ISOxo + Knock2

Foto: @mattiaxspich

In den vergangenen fünf Jahren hat dieses junge US-Duo schon für einiges an Hype gesorgt, entsprechend wild wird’s auch, als sie an den Reglern stehen. Laute Singalongs erfüllen die Halle, der adrenalin geladene Trap-/Bass-House-Crossover scheint selbst die Betonmauern in Bewegung zu versetzen. Eigentlich hätte man jetzt schon erschöpft und zufrieden nach Hause gehen können.

Blawan

Für manche ist dieser Auftritt sicher eine willkommene Verschnaufpause zwischen den Hyper-Performances von ISOxo + Knock2 und Skrillex, von Erholung kann hier aber keine Rede sein. Post-Dubstep? Industrial Techno? Wie man es auch immer nennen will: Blawans abrasiv-düsteres Set setzt einen grandiosen Kontrastpunkt. Und dass er all things heavy & dark feiert, hat er uns ja auch schon mit Persher bewiesen.

Isabella Lovestory x Kamixlo

Wer hier nicht ass shaked, hat keine Seele. Die Collab zwischen der honduranischen Sängerin und dem britischen Produzenten/DJ vereint Pop, Reggaeton und Industrial mit einer gehörigen Portion Sex. In ihrer Heimat ist Isabella Lovestory bereits ein Star – diese leider viel zu kurze Performance beweist: Bald zieht sicher auch der Rest der Welt nach.

Varg2™

Foto: @mattiaxspich

Der schwedische DJ/Produzent ist sowas wie ein musikalisches Chamäleon, das in den Klangwelten von Drain Gang genauso Platz findet wie Skrillex oder, wie wir in der aktuellen Diffus-Printausgabe berichten, in der von Black-Metal-Phänomen Këkht Aräkh. Sein finster-texturiertes Set nimmt mit auf eine Reise entlang der Außengrenzen von Techno, Noise und Ambient – sicherlich nicht die zugänglichsten Sounds an diesem Wochenende, aber die fesselndsten.

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.