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Die besten Songs 2022 national

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Die Musikwelt ließ uns auch in diesem Jahr nicht im Stich und versorgte uns regelmäßig mit eingängigen Hits, die sicher auch noch 2023 viele unserer Playlisten zieren werden. Zehn dieser Songs haben wir für euch in unserer Jahresbestenliste „Die 10 besten Songs national“ zusammengefasst. Mit dabei: Nina Chuba, Domiziana, Peter Fox feat. Inéz, Southstar, Makko, t-low, Haftbefehl feat. Paula Hartmann, Cloudy June, Die Nerven und Kraftklub.

Nina Chuba – Wildberry Lillet

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„Ich will Immos, ich will Dollars, ich will fliegen wie bei Marvel …“ – Es ist eine Zeile, der sich in diesem Sommer zum Dauerohrwurm etablierte. Die Social Media-Plattformen waren und sind weiterhin geprägt von Nina Chubas Single „Wildberry Lillet“. Bereits vor dem offiziellen Release war klar, dass es dieser Song auf offene Ohren stoßen würde – denn das Snippet wurde schon vorab innerhalb einer Woche in über 20.000 TikTok-Videos verwendet. Bereits da war eigentlich klar, dass Nina Chubas Traum von „Ich will Nina auf Plakaten“ zur Wirklichkeit wird. Ein Erfolg, den die junge Musikerin nicht allein feierte. Neben den unzähligen Fans, die jedes Mal mitgrölen, wenn „Wildberry Lillet“ im Club, Radio oder auf der Hausparty gespielt wird, hat sich Nina Chuba im Laufe des Jahres auch noch einen Featuregast auf den Track geholt. Denn neben Immos, Dollars und der Fähigkeit, zu fliegen, wollte Nina auch einen Track gemeinsam mit Deutschrap-Größe Juju, die im September einen Featurepart zu „Wilberry Lillet“ beisteuerte. Und obwohl in diesem Jahr quasi kein:e Musiker:in ohne eigene Eistee-Marke auskam, geht der Drink des Jahres hiermit ganz klar an Nina Chuba. Nun müsste man eigentlich mal im Getränkehandel nachhaken, ob der Song auch in den dortigen Umsatzzahlen seine Spuren hinterlassen hat…

Domiziana – Ohne Benzin

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Domiziana ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Denn wer einen funktionierenden Internetzugang besitzt, kennt sie seit ihrer Debüt-Single „Ohne Benzin”. Dabei ging der Song gar nicht sofort bei Release viral, sondern kletterte erst ganze 105 Tage danach auf die Chartspitze. „Ohne Benzin“ kam nämlich erst so richtig auf die Überholspur, als auf TikTok eine beschleunigte „1,1x Speed“-Version die Runde machte und immer mehr Videos zum Song gedreht wurden. Diesem viralen Moment kam sicherlich zusätzlich zu gute, dass Domiziana als Erscheinung schon beinahe so etwas wie ein Gesamtkunstwerk ist. Die Newcomerin hat sehr genaue Vorstellungen davon, wo sie mit ihrer Kunst hin will – musikalisch wie visuell. Und vor allem zum Thema „Hyperpop“, dem Genre in dem sich Domiziana beheimatet fühlt, hat sie spannende Dinge zu sagen: „Pop wird immer poppiger und deshalb mag ich den Begriff Hyperpop auch so sehr. Weil es wirklich so eine Hyper-Darstellung ist – eine fast auch schon ironische Darstellung von Pop.“ Wir jedenfalls haben „Ohne Benzin“ in diesem Jahr auch ganz unironisch auf Repeat gehabt und sind gespannt, von ihre junge Karriere Domiziana 2023 hinführt.

Miksu/Macloud & Makko – Nachts wach

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Hätte man Makko zu Beginn des Jahres gesagt, dass er kurz davor ist, seinen erste Nummer-1-Hit einzusacken, hätte er wahrscheinlich nur verschmitzt durch seine Zahnlücke gegrinst und den Kopf geschüttelt. Denn auch wenn der Newcomer aus Berlin schon seit einiger Zeit hohes Ansehen in der jungen Deutschrap-Szene genießt, war ein Durchbruch in den Mainstream, wie er sich mit „Nachts wach“ ereignet hat, schlichtweg nicht abzusehen. Zu alternativ und DIY schien seine visuelle und musikalische Ästhetik, zu schleppend und eigen der Flow, um im nicht-skatenden, nicht-kiffenden und nicht-rap-affinen Mainstream zu funktionieren. Dass dem eben doch so ist und dass man dafür nur einige wenige Schrauben umjustieren muss, hat das Produzentenduo Miksu / Macloud gezeigt – wie so oft in diesem Jahr. Für „Nachts wach“ haben die beiden Makkos Lo-Fi-Sound auf Hochglanz poliert, statt trägem Trap sommerliche House-Beats gewählt und den Rapper dabei trotzdem nicht in seiner Individualität beschnitten. Und dass der dabei entstandene Ohrwurm-Flow auch noch perfekt auf Marterias einstigen Sommerhit „Lila Wolken“ passt, ist ja wohl das absolute i-Tüpfelchen.

Peter Fox feat. Inéz – Zukunft Pink

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Platz Eins in den Charts, über eine Million verkaufte Tonträger, vielfache Gold- und Platinauszeichnungen: “Stadtaffe” gehört zu den erfolgreichsten Alben in der deutschen Musikgeschichte – und markiert bis heute die einzige Veröffentlichung in der Diskographie von Peter Fox. Aus dem Stegreif eroberte der Seeed-Frontmann 2008 mit seinem Solo-Album die deutschen Charts, nur um sich dann wieder rar zu machen und auf Releases mit seiner Band zu beschränken. 2022 markiert jedoch das Jahr, in dem Peter Fox wieder an an die Oberfläche tauchte. Gemeinsam mit Ätna-Sängerin Inéz Schaefer feierte er im Oktober sein lang ersehntes Comeback und malt uns die „Zukunft Pink”. Auf rhythmischen Amapiano-Klängen erzählt uns Peter Fox dann von einer Zukunft, in der es sich gut leben lässt: Frauen in Machtpositionen, “billige Buden in Downtown”, blauer Himmel, unbegrenztem Zugang zu Wasser und geiler Mucke. „Alle mal’n schwarz, ich seh Zukunft pink / Wenn du mich fragst, wird alles gut, mein Kind”, stimmt Inéz Schaefer dann in der Hook an und malt im selben Farbton wie Peter Fox weiter. Und nach diesem langersehnten Comeback ist auch nur schwer zu glauben, dass die Zukunft je eine andere Farbe als strahlendes Pink haben wird.

Southstar – Miss You

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Die BPM wandern in die Höhe, die Beats werden härter, die Melodien euphorischer: Die deutsche Musiklandschaft steckt mitten in einem Revival der Rave-Musik der 90er und 00er Jahre. Und wenn man für diese Entwicklung einen einzelnen Song verantwortlichen machen wollen würde, dann wäre es wahrscheinlich dieser hier: „Miss You“ von Southstar. Was war das aber auch für ein  astreines Krimi: Ein 19-jähriger Newcomer aus Kreuzberg schraubt einen Oliver Tree-Song zur Hyper-Happy-Trance-Abfahrt um und trifft damit nicht nur den Nerv der Gen Z, sondern auch den eines gewissen Platinproduzenten. Bis heute weiß niemand so richtig, warum Robin Schulz dachte, es wäre eine gute Idee, einen bereits existierenden Song beinahe Eins zu Eins zu kopieren. Fakt ist allerdings: Der dadurch entstandene Shitstorm war zwar stellenweise eklig, hat aber auch eine beeindruckende Solidarität in der deutschen Musiklandschaft unter Beweis gestellt. Und auch wenn die Umstände eher unschön sind, war es erst der Skandal um „Miss You“, der Rave- und Trance-Musik zum Sound der Stunde und Southstar über Nacht zu einem der gefragtesten Newcomer des Landes gemacht hat.

Haftbefehl feat. Paula Hartmann – Geruch von Koks

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In diesem Winter durften wir einen bemerkenswerten Move beobachten: Haftbefehl hat nicht nur innerhalb weniger Tage sein neues Album „Mainpark Baby“ angekündigt und schließlich auch veröffentlicht, er machte in den ersten anderthalb Minuten des Albums auch Platz für eine „fremde“ Stimme. Eine gewagte Entscheidung, die allerdings auch maximal Sinn ergibt, wenn man sich mal anhört, was hier wer und vor allem wie singt: „Club fast leer, Nase voll Blut. Steh’n uns gegenüber und schrei’n. Alle schau’n, doch keiner wie du. Wir sind mit dem Dreck hier im Rein’n.“Paula Hartmann nimmt uns mit in die Geschichte einer ausufernden Nacht und wenn sie schließlich den Refrain anstimmt, bricht so ziemlich jedes emotionale Bollwerk: „Ich nehme keine Drogen, ich mag nur den Geruch von Koks. Blut tropft auf den Boden, nachts an einem Busbahnhof. Ich nehme keine Drogen, ich hab‘ nur einmal zu tief Luft geholt.“ Ebenso deutlich und hart setzt auch Haftbefehl mit seinem Part ein, er schreit: „Natürlich bin ich Deutsch. War mal auf den Adler so stolz. Wir wurden auf den Straßen verfolgt.“ Und dadurch: „Mit den Jahren enttäuscht.“ Neue Worte für das, was Haftbefehl schon 2015 in „069“ rappte: „Fick deine Integration!“ Haftbefehl sagt zum Feature: „Ich bin riesengroßer Paula-Hartmann-Fan. Mit ihrem Song ‚Truman Show Boot‘ hat sie mich komplett abgeholt.“ Also habe er sie angerufen, kurz danach ging es ins Studio. Klar, wer sagt denn auch schon ein Hafti-Feature ab? Fans der beiden, wissen natürlich schon eine Weile, dass man sich schätzt. Legendär bis heute: Die Insta-Story, in der Haftbefehl nachts über die Autobahn rauscht, „Truman Show Boot“ laut aufdreht und mitsingt. 

Miksu/Macloud & t-low – Sehnsucht

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Die Miksu-Macloud-Straffungs-Kur gab es in diesem Sommer nicht nur für Makko, sondern auch für t-Low. Denn bisher kickte dieser vor allem Zeilen über Opiate und materielle Luxus-Güter auf modernen Trap-Beats – und war damit durchaus erfolgreich. Zur Deutschland-weiten Bekanntheit über die Rapszene hinaus sollte dem Newcomer dann aber erst die Zusammenarbeit mit dem Produzenten-Duo Miksu / Macloud verhelfen. Der Drug-Talk wurde durch „Sehnsucht“ ersetzt, aus 808s wurden melodische Gitarren und Pop-Punk. Das Ergebnis war dermaßen rund und catchy, dass die Chart-Eins nicht lange auf sich warten ließ. Kurz darauf lösten t-Low, Miksu und Macloud sich selbst mit „We Made It“ von der Pole Position ab, später folgte mit „Verliebt“ noch eine groovige Disco-Tune – aber wenn wir an den Sommer 2022 denken, wird uns wohl immer zu allererst „Sehnsucht“ in den Sinn kommen.

Cloudy June – FU In My Head

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Cloudy June ist eine Singer-Songwriterin mit kubanischen Wurzeln. Sie wohnt in Berlin und haut schon seit 2020 elektronische Pop-Songs raus, die perfektes Radiomaterial sein könnten – wäre da nicht Cloudy Junes angriffslustige und explizite Art und Weise zu texten. Wenn junge Frauen über queeren Sex singen, dann sorgt das bei vielen Programmverantwortlichen nämlich leider noch für Charmegefühl. Trotz oder gerade deswegen hat sich Cloudy Junes Song „FU In My Head“ zu einem waschechten (TikTok-)Hit entwickelt. Der Song dreht sich um Masturbation und folgerichtig singt Cloudy June: „I like to fuck you in my head. You make me scream when there’s nobody, just the thought of your body.“ Das ganze passiert über einem großartigen, wummernden Beat, der wahrscheinlich mit dem Top-Kommentar unter dem YouTube-Video am besten beschrieben werden kann: „For those that don’t know. This song is literally 69 beats per minute…“ Noch ein Fun-Fact zum Schluss: Bevor Cloudy June uns diesen unwiderstehlichen, expliziten Pop-Entwurf schenkte, war sie eher im Metal und sogar im Death Metal unterwegs. In einem älteren Interview erzählte sie, wie sie mit 16, als sie das erste Mal Teil einer Band wurde, am liebsten Judas Priest, AC/DC und Led Zeppelin hörte, mit Arch Enemy dann aber noch härteren Stoff entdeckte. Sie sei sogar eine respektable Death-Metal-Grunzerin und könne auch amtlich kreischen. Ihren allerersten Song schrieb sie dabei schon mit 13 – was damals aber auch schon ein Popsong war. 

Die Nerven – Europa

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„Europa“ von Die Nerven ist ein wuchtiger, dunkler Brocken von einem Song und passt genau deshalb ganz gut in dieser Jahr, das von Angriffskriegen, Pushbacks an EU-Grenzen und niedergeprügelten Revolutionen geprägt wurde. Dabei beginnt „Europa zunächst als Akustikballade. Zu einer Gitarre singt Max Rieger: „Eine Kindheit, ein Jugend / Ein Turm aus Elfenbein / Alle sagen immer wieder / So wird’s nie wieder sein / Lernen aus den Fehlern / Lernen aus dem Leid / So wird’s nie wieder sein.“ Aber dann kippt die geisterhafte Lagerfeuer-Stimmung – und zwar nicht mit der musikalischen Brechstange, sondern einfach, in dem Max Gift in die Worte sickern lässt, die er da singt: „Und ich dachte irgendwie / in Europa stirbt man nie.“ Uff. Was für eine Zeile. Nach knapp anderthalb Minuten bricht dann der Lärm los, diese hallenden übergroßen Gitarren, die harten Drums, der sägende Bass – kurz: Dieser gewaltige Die Nerven-Sound, bei dem man sich schon immer fragte, wie man das eigentlich zu dritt hinbekommt.

Die Nerven bleiben dabei wie immer: vage und auf den Punkt. Ihre Lyrics benennen selten konkrete gesellschaftliche Probleme, die sie umtreiben und inspirieren, aber allein die Kernzeile macht nun mal ein sehr weites Feld auf: Man kann sie mit Blick auf das beschämende EU-Vorgehen im Mittelmehr lesen, man kann sie aktuell mit Blick auf einen Krieg am Rande Europas verstehen, man kann sie mit Blick auf die Pandemie interpretieren, die unsere heile Welt, die in Europa verhältnismäßig viele genießen dürfen, plötzlich in Frage stellte. Und der Song trifft zugleich die Scheinheiligkeit, die Europa prägt: Dieses Betonen moralischer Werte, die dann eben doch geopfert werden, um den eigenen Wohlstand nicht zu gefährden.

Kraftklub – Ein Song reicht

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Es war ein Comeback, auf das wir exakt 1764 Tage gewartet haben. Nachdem Frontmann Felix Kummer das Ende seiner Solokarriere bekannt gab, munkelten Fans bereits über anstehende Projekte von Kraftklub. Die Vermutungen wurden nach einer kryptischen Ankündigung passend mit den Worten „Kommt das Album dieses Jahr?“ schließlich durch den ersten Track „Ein Song reicht“ bestätigt. Damit haben sich Kraftklub erneut in die Herzen ihrer Fans gespielt, denen allerdings eine Song noch lange nicht reicht. Dabei klingt die Single klassisch nach dem bewährten Indie-Pop-Punk der Band mit dem K. Gitarren, geteilter Gesang zwischen Felix Kummer und Karl Schumann und Lyrics über all die Bands, die an den/die Ex erinnern machen „Ein Song reicht“ zu dem perfekten Comeback einer Band, die lange auf sich warten ließ. Und vielleicht kann der eine oder die andere dank ihnen doch wieder hinhören, wenn „Mike Skinner, Kate Nash, Lykke Li, Tame Imapla, The Killers, Florence + The Machine“ wieder einmal in der Playlist auftauchen.

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