DIFFUS

Posts by Micha Wagner

36 Grad und es wird noch heißer – Acht Songs, bei denen das Thermometer verrückt spielt

Auf der Weltklimakonferenz in Madrid wurde im vergangenen Jahr bestätigt, was durchgeschwitzte Klamotten und trockene Flussbetten schon längst haben vermuten lassen: Das vergangene Jahrzehnt war das heißeste seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen. Auch der diesjährige Sommer deutet derzeit mit anhaltenden Temperaturen im mittleren 30-Grad-Bereich an, dass es in genau diesem Stil weiter gehen soll. Während die Politik diskutiert, ob es sich hier um spürbare Auswirkungen der Klimakrise oder nur eine natürliche Hitzeperiode handelt, verarbeitet die Musikwelt das große Schwitzen auf ihre eigene Art und Weise. Wir haben acht Songs heraus gesucht, die zur aktuellen Hitze passen.

Contrast erzählt mit Screamo-Trap von seinen inneren Dämonen

Im Fall des Newcomers Contrast ist der Name Programm. Denn für den Rapper aus Köln spielen Kontraste immer wieder eine Rolle, egal ob zwischen Hip Hop und Rock, Graffiti und Musik oder Turn Up und Selbstzerstörung. „Wir schieben Krise, wissen selber nicht was Sache ist/ Doch sind uns einig, ja ey, du und ich, wir hassen mich“, schreit Contrast in der Hook zu „Frostschutz“, dem ersten seiner bisher vier veröffentlichten Songs. Seine Texte sind gepeinigt von Schmerz und Lebenserfahrung, Themen wie Drogenmissbrauch und mentale Gesundheit ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Musik. Diese erinnert mit ihren wuchtigen 808-Bässen und rauen Gitarren-Riffs an die frühen Soundcloud-Tracks von amerikanischen Künstlern wie XXXtentacion oder Ski Mask The Slump God – ergänzt um aussichtslosen, alles zerfressenden Nihilismus. Wir schauen uns Contrast im Newcomer-Fokus genauer an.

Mit der Band Pabst im Skatepark (Doku)

Was andere Musiker tunlichst vermeiden, darauf zielen Pabst ganz explizit ab: Übersteuerte, verzerrte Sounds, die in den Lautsprechern kratzen und mehr nach heimischer Garage als nach Tonstudio klingen. Dieses Beschaffenheit ist essenziell für die Musik zwischen Grunge und Punk-Rock, die das Trio aus Berlin seit 2016 präsentiert. „Put a fucking end to the bourgeoisie!“, dröhnt es auf „Shake the desease“, einem Song des Debüt-Albums „Chlorine“. Pabst zeigen klare Kante und politische Haltung, trotzdem brauchen sie dafür kein überspitztes Image und trumpfen stattdessen mit ihrer Authentizität auf. Wir haben das Trio im Skatepark getroffen, einem Ort, der ihre Jugend und ihre Musik stark geprägt hat. Was das Skaten für die Band bedeutet und warum sie nicht wie eine stereotypische Punk-Band aussehen, erfahrt ihr in unserer neuen Mini-Doku.

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Dark-Schauspieler Moritz Jahn verzaubert mit Indie-Folk

Moritz Jahn kennen viele wohl besser als Magnus Nielsen, mit rotem Hoodie, Bomberjacke und zersauster Frisur. In dieser Rolle spielt der Hamburger nämlich in der deutschen Netflix-Serie „Dark“ mit, die kürzlich in die dritte und finale Staffel gegangen ist und mit ihrem vielschichtigen Plot für angeregte Diskussionen sorgt. Dabei ist die Schauspielerei nicht sein einziges Talent, denn als Moritz Jahn veröffentlicht der 25-jährige seit 2018 auch eigene Songs. Gemeinsam mit dem Produzententeam Frische Luft ensteht alternative Indie-Musik, der man zu keinem Zeitpunkt anmerkt, dass sie gar nicht Moritz‘ Hauptbeschäftigung darstellt. Erst vor wenigen Tagen erschien mit „Boston II“ sein neuester Song, zwischen verspieltem Folk und unerwarteten elektronischen Einschüben. Wir schauen uns den Newcomer genauer an.

Videopremiere: Fontaines D.C. veröffentlichen ihr Post-Punk-Mantra „A hero’s death“ als Live-Session

Für das Debüt-Album mit Lob überschüttet werden und in Folge durch die ganze Welt touren – für die meisten Bands wäre das die Erfüllung ihrer kühnsten Träume. Fontaines D.C. allerdings wären an genau dieser Situation beinahe zerbrochen. Im letzten Jahr veröffentlichte die Gruppe aus Dublin ihr erstes Album „Dogrel“, das mit charakterstarkem Post-Punk aus dem Herzen Irlands auftrumpfte. Doch die folgenden Tage und Nächte im Tourbus entfremdeten die Bandmitglieder mehr von sich selbst und einander, als dass sie sie zusammenschweißten – eine beklemmende Lage, aus der das Nachfolger-Album „A hero’s death“ entstanden ist. Fontaines D.C. wie sie einmal waren, sind tot und klingen spürbar anders, das zeigt schon der vorab erschienene Titeltrack. „A hero’s death“ klingt schon in der Studio-Version wie ein morbides Mantra – ein Eindruck, der sich in unserer Videopremiere zur Live-Session nur verstärkt.

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